Was der LinkedIn SSI Score aussagt und wie du ihn verbessern kannst: Eine Anleitung für 2022

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Die Digitalisierung bringt zunehmend auch die Notwendigkeit mit sich, traditionelle Geschäftsmodelle und Vertriebsprozesse neu zu denken. So gewinnt die Verschmelzung traditioneller Verkaufsansätze mit digitalen Tools und Social Media immer mehr an Bedeutung („Social Selling“).

Es gilt also, die sozialen Netzwerke optimal für sich zu nutzen, um die richtigen Interessenten zu finden, vertrauensvolle Beziehungen aufzubauen und letztendlich die gesetzten Verkaufsziele zu erreichen.

Um zukunftsfähig zu sein, sollten die Instrumente des Social Selling effektiv, effizient und messbar in neu gestaltete Vertriebsprozesse integriert werden. Einen erfolgversprechenden Ansatz bietet der Social Selling Index (SSI) von LinkedIn.

Wir zeigen dir in diesem Artikel, was es mit dem SSI auf sich hat und welche Faktoren ihn bestimmen. Außerdem geben wir dir hilfreiche Praxistipps mit auf den Weg, um deinen persönlichen Wert zu verbessern. So kannst du deine Verkaufschancen steigern und deine digitale Reichweite erhöhen.

Einstieg: Wo du deinen SSI-Score auf LinkedIn finden kannst

Um deinen SSI zu verbessern, gilt es natürlich zunächst einmal, herauszufinden, wie hoch dein aktueller Punktestand („Score“) ist.

Du fragst dich, wo du deinen persönlichen SSI-LinkedIn finden kannst? Ganz einfach: Hier findest du als angemeldeter Nutzer eine Übersicht zu deinem persönlichen Social Selling Index. 

Wichtig: Dein SSI ist nur für dich sichtbar und kann von niemandem sonst eingesehen werden. Du hast aber selbstverständlich die Möglichkeit, ihn auf allen sozialen Kanälen zu teilen.

Außerdem bezieht sich der SSI nur auf die privaten Accounts der Mitglieder und gilt nicht für deine Unternehmensseite. Dennoch kann das Unternehmensprofil auf der sozialen Plattform von einem hohen SSI der Mitarbeiter profitieren. Weise deine Mitarbeiter darauf hin, sich mit dem Unternehmensprofil zu vernetzen. Außerdem kannst du ihnen mit unseren Tipps zeigen, wie sie LinkedIn noch effizienter und professioneller für sich nutzen können. Infolge ihrer Online-Aktivitäten wird damit auch dein Unternehmensimage deutlich verbessert.

Das ist der Social Selling Index von LinkedIn

Der SSI ist eine Metrik von LinkedIn, um deine Online-Aktivitäten auf der Plattform messbar zu machen und sichtbar darzustellen.

Als Bestandteil des LinkedIn Sales Navigator wurde der LinkedIn SSI Score ursprünglich für Vertriebler entwickelt. Mittlerweile kann der SSI-Score aber kostenfrei und ohne die Premium-Funktion des Sales Navigator verwendet werden.

Der SSI-Score reicht dabei von 0 bis 100, der höchstmöglichen Punktzahl. Mit dem SSI versucht LinkedIn zu bewerten, wie wahrscheinlich es ist, dass du mit deinen Social-Selling-Bemühungen erfolgreich bist. Ein höherer Punktestand bedeutet gleichsam eine höhere Erfolgswahrscheinlichkeit.

In dieser Grafik haben wir dir einen beispielhaften SSI bereitgestellt:

Das Dashboard: So behältst du den Überblick

Der persönliche Index wird im Sales Navigator und auf LinkedIn.com täglich aktualisiert und richtet sich nach deinem individuellen Online-Verhalten auf der Plattform. Dabei gilt die Faustregel: Je aktiver du bist, desto höher ist dein erzielter Index-Wert bzw. -Score.

Der Punktestand deines Wertes setzt sich aus vier Teilbereichen mit jeweils 25 erreichbaren Punkten zusammen. Zwar bedingen sich alle Faktoren gegenseitig, die genaue Metrik hinter dem Tool und den einzelnen Kriterien wird vom Business-Netzwerk jedoch geheim gehalten.

Anhand deines SSI kannst du nun sehen, wie gut du auf LinkedIn darin abschneidest,

  • deine professionelle Marke („Personal Brand") aufzubauen,
  • gezielt die richtigen Personen zu finden,
  • durch Einblicke Interesse zu wecken und
  • professionelle Beziehungen und Kontakte aufzubauen.

Auf dem Dashboard ganz oben kannst du zudem dein persönliches SSI-Ranking in deiner Branche und in deinem Netzwerk einsehen. Ein genauerer Vergleich der einzelnen Bereiche ergibt sich aus den unten dargestellten Elementen.

Dabei gilt es aber zu bedenken, dass dein SSI zunächst einmal natürlich keine Rückschlüsse auf deine Qualitäten als Vertriebler oder Social Seller erlaubt. Der angezeigte Punktestand basiert im Wesentlichen nur auf deinen Aktivitäten auf der LinkedIn-Plattform.

Der SSI soll dir als Richtschnur oder Gradmesser dienen und dich dazu ermuntern, deine Online-Aktivitäten und deinen persönlichen Markenaufbau auf LinkedIn zu erhöhen.

Apropos: Du möchtest mehr über die Vorteile von LinkedIn-Marketing wissen? Dann lies unseren ausführlichen Artikel darüber, warum du LinkedIn im Marketing-Mix auf keinen Fall vernachlässigen solltest.

Darum brauchst du einen hohen Social Selling Index

Dein LinkedIn-Score ist zwar kein Garant für einen gesteigerten Social Selling Verkaufserfolg. Allerdings stellt er einen starken Zusammenhang zwischen deinen spezifischen Networking-Aktivitäten und einer Steigerung deiner Verkaufschancen und Kontakten zu potenziellen Interessenten dar.

Warum es für dich wichtig ist, deine Personenmarke auf LinkedIn mit einem möglichst hohen SSI zu etablieren? Ganz einfach: Je höher dein Wert, desto wahrscheinlicher erreichst du deine Verkaufsziele.

Eine Untersuchung des Business-Netzwerks hat den Zusammenhang zwischen Verkaufserfolgen und einem hohen SSI analysiert. Dabei kam LinkedIn zu dem Ergebnis, dass Vertriebler, die auf Social Selling setzen,

  • um 45 Prozent höhere Verkaufschancen erreichen,
  • um 51 Prozent höhere Verkaufsquoten haben und
  • um 78 Prozent mehr verkaufen als ihre Kollegen mit klassischen Akquise-Methoden.

Auch hinsichtlich der Karrierechancen zeichnet sich ein deutliches Bild ab: Social Seller mit einem hohen SSI-Score (>70) wurden im Schnitt 17 Monate früher befördert als Personen mit einem vergleichsweise niedrigen SSI (<30).

Du willst gleich damit durchstarten, deinen SSI zu pushen? Wir verraten dir, wie das geht!

So erhöhst du deinen Social Selling Index

Um deinen LinkedIn SSI Score zu verbessern, brauchst du zunächst ein genaueres Verständnis für die vier einzelnen Teilbereiche: LinkedIns „vier Säulen des Social Sellings“:

Wir zeigen dir, warum du diese vier Faktoren immer im Hinterkopf behalten solltest und wie du mit unseren Tipps einen höheren Score erzielst.

So arbeitst du an deinem Markenaufbau

Wusstest du, dass sich rund 81 Prozent der Kunden bei einem Kauf eher für eine starke Brand entscheiden würden? Werte, Vertrauen und Zuverlässigkeit zeichnen eine starke Marke aus, die ihre Kunden durch Loyalität und Anerkennung für sich gewinnen und binden kann.

Deshalb solltest du unbedingt einen gezielten Markenaufbau deiner personal brand anpeilen. Dazu gehört die Erstellung deines LinkedIn-Profils mit einem zielgerichteten Blick auf deine Kunden und ihre Bedürfnisse. Alles, was du in dein Profil aufnimmst, muss darauf abzielen, deinen Kontakten und deinen Kunden zu zeigen, was du für sie tun kannst.

Zudem solltest du unbedingt auf die Vollständigkeit deines Profils achten. Höchstpunkte werden hier vergeben für

  • Ein (professionelles) Profilfoto
  • Eine aussagekräftige Überschrift
  • Eine gut geschriebene Biografie
  • Eine einfache Möglichkeit, kontaktiert zu werden
  • Zertifizierungen, Auszeichnungen und Empfehlungen

Und denk daran: Nur, wenn du mit deinen Beiträgen deinen Kunden auch einen echten Mehrwert bietest, sorgst du für eine nachhaltige Kundenbindung.

Mach es dir zur täglichen Routine, relevante Inhalte zu posten. Das Erstellen und Veröffentlichen nützlicher Beiträge etabliert dich als Vordenker in deinem Fachgebiet – das ist es, wonach viele B2B-Interessenten suchen.

So findest du die für dich richtigen Personen und Kontakte

Die zweite Säule des SSI betrifft die Kunst, „die richtigen Leute zu finden.“ Wer die richtigen Leute sind? Frag dich: Welche Kontakte können dazu beitragen, deinem Netzwerk einen echten Mehrwert zu verleihen? Klare Antwort: Nur Interessenten, Kunden, Kandidaten und andere wichtige Geschäftskontakte.

Viele Recruiter, Social Seller und Influencer auf LinkedIn neigen dazu, Kontaktanfragen an alle im Netzwerk zu senden, um die maximale Anzahl an Kontakten zu erreichen. Das solltest du dringlichst vermeiden: Behalte beim Aufbau deines Netzwerks immer den Mehrwert für dich im Hinterkopf. Konzentriere dich darauf, nur relevante Personen und Entscheidungsträger deiner Branche zu deinen Kontakten hinzuzufügen.

Nutze dafür die Such- und Recherchemöglichkeiten von LinkedIn. Verwende spezifische Filterkriterien wie die Berufsposition oder die Anzahl der Dienstjahre bei deiner Suche, um potenzielle Interessenten zu identifizieren.

Grundsätzlich gilt für die LinkedIn-Suche: Dein SSI wird in diesem Bereich signifikant gepusht, umso öfter du fremde Profile besuchst – oder selbst besucht wirst.

So teilst du Einblicke und interessante Beiträge

Die dritte Säule des LinkedIn SSI ist die Auseinandersetzung mit Erkenntnissen. Du hast bereits deine Marke aufgebaut und dich mit den richtigen Personen vernetzt? Dann besteht deine nächste Herausforderung darin, mit deinem Publikum in Kontakt zu treten. Konkret geht es dabei neben der Nutzung von privaten Nachrichten und den InMail-Funktionen auch um das teilen von Beiträgen.

Es ist wichtig, werbewirksame Interaktionen rund um dein Produkt- und Dienstleistungsangebot zu führen.

Dein LinkedIn SSI Score wird in diesem Bereich mehr Punkte erzielen, wenn du Likes, Kommentare und Shares für deine Beiträge erhältst. Wenn Leute deine Inhalte und Beiträge kommentieren, solltest du nicht vergessen, darauf zu antworten. Du solltest stets versuchen, aktiv ein Gespräch zu beginnen und aufrechtzuerhalten. Der LinkedIn-Algorithmus belohnt Beiträge mit hohem Engagement – und ganz nebenbei kannst du so auch die Lebensdauer deiner Inhalte verlängern.

Also: Wenn auf deinem Profil Bewertungen gepostet werden, versuche darauf zu antworten – ganz gleich, ob positives oder negatives Feedback hinterlassen wurde. Dein Engagement wird belohnt!

So baust du LinkedIn-Beziehungen und Kontakte auf

Bau starke Beziehungen auf – diese vierte Säule des Social Sellings beinhaltet den Aufbau eines starken Netzwerks, indem du dich mit den richtigen Kontakten verbindest.

Dieses Element misst deinen Erfolg bei der Erweiterung deines Netzwerks. Ein breiteres Netzwerk an Kontakten bietet dir viele Möglichkeiten, leichter gefunden zu werden und dir deinen Platz in der Branche zu sichern. Zugegeben: Das ist nicht einfach – aber wenn dein Markenaufbau effektiv ist, wirst du dir in deiner Nische schnell einen Namen machen.

Nachdem du die richtigen Verbindungen hergestellt hast, solltest du deine Kontakte pflegen. Wende dich regelmäßig an deine potenziellen Kunden, um sicherzustellen, dass sie dich nicht vergessen.

Fazit

Der Social Selling Index basiert auf einer Skala von 0 bis 100 und wird anhand deiner Aktivitäten auf LinkedIn berechnet. Wie genau der Score berechnet wird und welche Aktion bestimmte Teile des Scores am stärksten beeinflusst, bleibt das Geheimnis von LinkedIn.

Im Wesentlichen sagt dir der Social Selling Index, wie gut dein Profil in Bezug auf deine persönliche Marke und ihre Sichtbarkeit optimiert ist. Der Social Selling Index ist dabei ein grandioses Tool, um deine Aktivitäten auf LinkedIn zu messen und dir Verbesserungspotenziale aufzuzeigen.

Wenn du die einzelnen Komponenten des SSI verstanden hast, ist es leichter, deine Verkaufsleistung zu steigern. Die vier Säulen des Social Sellings drehen sich um deine Fähigkeit,

  • ein Publikum aus vorteilhaften Kontakten zu schaffen,
  • ihm Informationen und Beiträge mit Mehrwert näherzubringen,
  • diese Informationen zu diskutieren und
  • Beziehungen rund um diese Diskussionen aufzubauen.

Einen hohen LinkedIn SSI Score zu haben bedeutet, der Community zu zeigen, dass du ein echter Experte auf deinem Gebiet bist. Das macht dich attraktiv für potenzielle Neukunden und erhöht deine Sichtbarkeit und Reichweite auf der Plattform. Wenn du dein Social Selling steigerst, erhöhst du damit auch die Lead-Pflege und Lead-Generierung.

Es ist daher angebracht, den Social Selling Index in deiner digitalen Strategie einzusetzen. Es ist viel einfacher, einen Lead zu generieren, wenn deine potentiellen Kunden davon überzeugt sind, dass du eine echte Personenmarke in deiner Branche bist, bevor sie überhaupt eine Interaktion mit dir eingehen.

Quellen:

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