Marketinginstrumente: Beispiele, Definition und Modelle für 2024

Von Steffen Grigori, geprüft durch Melina Wandler (zertifizierte Lektorin)
Aktualisiert am 18.06.2024 | Lesezeit ca. Min.

Die richtige Kombination aus Marketinginstrumenten ist entscheidend für den Erfolg eines Unternehmens. Doch angesichts der Vielzahl an Möglichkeiten fällt es manchmal schwer, die richtige Wahl zu treffen.

Um dir genau dabei zu helfen, haben wir in diesem Artikel Beispiele, Definitionen und Modelle zusammengetragen. Wir zeigen dir:

  • Die verschiedenen Kategorien von Marketinginstrumenten und ihre Bedeutung im unternehmerischen Gesamtkonzept
  • Ziele und Funktionen von Marketinginstrumenten und wie sie zur Erreichung von Unternehmenszielen beitragen
  • Modelle und Kategorisierungen für die Auswahl und Anwendung der passenden Marketinginstrumente

Definition: Marketinginstrumente und ihre Bedeutung

Definition

Unter dem Oberbegriff Marketinginstrumente werden die verschiedenen Werkzeuge und Methoden zusammengefasst, die im Marketing angewendet werden.

Ihr Hauptzweck ist es, potenzielle Kunden auf das Unternehmen und dessen Produkte oder Dienstleistungen aufmerksam zu machen, Interesse zu wecken, Verkaufsmöglichkeiten zu schaffen und letztlich Umsätze zu generieren. Abhängig von der Art des Unternehmens und der Zielgruppe können verschiedene Instrumente stärker in den Fokus rücken, um nachhaltige Erfolge zu erzielen.

Bedeutung

Marketinginstrumente sind für den Geschäftserfolg äußerst bedeutend, da sie maßgeblich Einfluss auf die Kommunikation mit der Zielgruppe, die Stärkung der Marktposition, die Wettbewerbsposition und das langfristige Wachstum nehmen. Darüber hinaus unterstützen sie dabei, individuelle Kundenbedürfnisse zu erkennen und darauf einzugehen, um eine stabile Kundenbindung aufzubauen.

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Lesetipp

Welche Marketingstrategien besonders wichtig sind, verrät dir dieser Artikel: 5 Marketingstrategien, die du in- und auswendig kennen solltest

Überblick über Marketinginstrumente

Unterschiedliche Ausrichtungen von Marketinginstrumenten

Zunächst ist es wichtig zu verstehen, dass die Marketinginstrumente je nach Art des Geschäfts und der angebotenen Leistung variieren können. Eine allgemeine Einteilung der Instrumente erfolgt in drei Hauptkategorien:

  • Investitionsgütermarketing: Diese Instrumente konzentrieren sich auf den Verkauf von Gütern, die für geschäftliche Zwecke wie etwa die Produktion von Waren genutzt werden.
  • Dienstleistungsmarketing: Dies umfasst Methoden, die zur Bewerbung von Dienstleistungen eingesetzt werden.
  • Konsumgütermarketing: Hierbei handelt es sich um Taktiken, die speziell für den Verkauf von Konsumgütern an Endverbraucher entwickelt wurden.

Die Ziele von Marketinginstrumenten

Marketinginstrumente dienen in erster Linie dazu, die Unternehmensziele zu erreichen. Typische Ziele, die mithilfe von Marketinginstrumenten verfolgt werden, sind:

  1. Steigerung der Bekanntheit und Reichweite des Unternehmens
  2. Aufbau einer positiven Markenwahrnehmung und eines ansprechenden Images
  3. Ansprache und Gewinnung neuer Kunden innerhalb einer definierten Zielgruppe
  4. Pflege und Bindung bestehender Kunden
  5. Steigerung des Umsatzes und der Profitabilität
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Lesetipp

Wie du dein Marketing anhand dieser Ziele richtig planst, erfährst du hier: Marketingplanung: Definition und Beispiele, um deine Marketingstrategie zu optimieren

Modelle zur Kategorisierung von Marketinginstrumenten

Klassischer Marketing-Mix (4 Ps)

Ein etabliertes Modell zur Kategorisierung von Marketinginstrumenten sind die vier Ps: Produktpolitik, Preispolitik, Distributionspolitik und Kommunikationspolitik. Auf Englisch: Product (Produkt), Prize (Preis), Place (Vertrieb/Distribution) und Promotion (Kommunikation).

  • Produktpolitik betrifft alle Entscheidungen im Kontext der Gestaltung, Entwicklung und Modifikation von Produkten oder Dienstleistungen – beispielsweise die Sortimentsgestaltung, die Produktqualität, die Markeneinführung und -ausstattung.
  • Preispolitik kümmt sich um die Festlegung von Preisen für Produkte oder Dienstleistungen und die damit zusammenhängende Kontrahierungspolitik, etwa Rabatt- und Konditionensysteme. Die Preispolitik ist ein zentrales Marketinginstrument, da sie wesentlich die Kaufentscheidung der Kunden beeinflusst.
  • Distributionspolitik (Vertriebspolitik) beinhaltet die Gestaltung der Absatzkanäle und Vertriebswege, um das Angebot für Verbraucher zugänglich zu machen. Dies schließt den Einsatz von Handelspartnern, den eigenen Online-Shop oder den direkten Verkauf an Endkunden ein.
  • Kommunikationspolitik umfasst sämtliche Maßnahmen, die darauf abzielen, Kunden über das Unternehmen und dessen Produkte zu informieren und sie zur Kaufentscheidung zu bewegen. Dazu zählen beispielsweise Werbung, PR-Arbeit und Dialogmarketing.
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Weitere Infos und Beispiele zum Marketing-Mix findest du in diesem Artikel: Marketing-Mix: Definition, Grundlagen und Beispiele zum 4P-Modell

Erweiterter Marketing-Mix (7 Ps)

Im Dienstleistungssektor unterscheiden sich die Marketinginstrumente ein wenig. Hier kommen drei zusätzliche Ps zum Einsatz: People (Personalpolitik), Physical Evidence (Aufmachung/Ausstattung) und Process (Prozesspolitik).

  • Personalpolitik konzentriert sich auf die Schulung und Auswahl von Mitarbeitern, die die Dienstleistung erbringen, um eine hohe Servicequalität zu gewährleisten.
  • Aufmachung/Ausstattungspolitik meint die Gestaltung der physischen Umgebung, in der die Dienstleistung erbracht wird und die die Außendarstellung des Unternehmens bestimmt (zum Beispiel Geschäftsräume, Einrichtung).
  • Prozesspolitik ist für die Gestaltung und Optimierung der Abläufe zuständig, die zur Erbringung der Dienstleistung erforderlich sind. Dies kann die Automatisierung von Prozessen oder die Einführung von Kundenservice-Standards beinhalten.

Beispiele für erfolgreiche Marketinginstrumente

In diesem Abschnitt präsentieren wir eine Auswahl wirksamer Marketinginstrumente aus verschiedenen Bereichen. Die vorgestellten Beispiele reichen von Maßnahmen der Kommunikationspolitik wie Werbe- und Pressearbeit bis hin zu Instrumenten für die gezielte Ansprache regionaler und überregionaler Zielgruppen. Sie alle sind Teil des Marketinginstrumente-Mix, der individuell an Unternehmensstrategie, Geschäftsmodell und Zielgruppenausrichtung angepasst wird.

Werbe- und Pressearbeit

Durch Werbemaßnahmen wie Anzeigen, Plakate oder TV- und Radiospots wird eine breite Zielgruppe angesprochen und auf Produkte oder Dienstleistungen aufmerksam gemacht.

Im Gegensatz dazu verfolgt die Pressearbeit das Ziel, redaktionelle Beiträge in Zeitungen, Zeitschriften oder Online-Medien zu platzieren, um die Aufmerksamkeit von Journalisten auf das Unternehmen zu lenken und dadurch die Reichweite zu steigern. Die Lancierung von Fachartikeln, das Platzieren von Interviews oder die Herausgabe von Pressemitteilungen sind hierfür hilfreiche Instrumente.

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PR funktioniert bei dir nicht so richtig? Dann lass dir diesen Artikel nicht entgehen: Presseverteiler aufbauen und pflegen: Best Practices und Tipps für ein starkes PR-Netzwerk

Instrumente für anonyme, überregionale Zielgruppen

Bei der Ansprache überregionaler und anonymer Zielgruppen sind Marketinginstrumente gefragt, die eine große Reichweite erzielen. In diesem Kontext sind insbesondere Vertriebswege und Vertriebskanäle entscheidend, um Produkte und Dienstleistungen effektiv zu verbreiten. Distributionspolitik, Preispolitik und Kommunikationspolitik greifen hier eng ineinander, um optimale Ergebnisse zu erzielen.

Zu den relevanten Instrumenten zählen:

  • Onlineshops und E-Commerce-Plattformen: Mit ihrer Hilfe lassen sich Waren und Dienstleistungen überregional vertreiben und eine breitere Kundengruppe ansprechen.
  • Suchmaschinenoptimierung (SEO) und Suchmaschinenmarketing (SEM): Durch diese Methoden wird die Online-Präsenz deines Unternehmens gestärkt und potenzielle Kunden werden auf dein Angebot aufmerksam.
  • Social-Media-Marketing: Mithilfe gezielter Kampagnen in sozialen Medien können viele Menschen aus einer spezifischen Zielgruppe erreicht und langfristig an das Unternehmen gebunden werden.

Instrumente für abgegrenzte, regionale Zielgruppen

Für die Fokussierung auf regionale Zielgruppen sind Marketinginstrumente vonnöten, die lokale Besonderheiten und Bedürfnisse berücksichtigen. In diesem Fall kann der Rückgriff auf regionale Medien und Vertriebspartner oder die Nutzung von Veranstaltungen sinnvoll sein, um direkt in Kontakt mit potenziellen Kunden zu treten. Instrumente, die zur Ansprache regionaler Zielgruppen besonders geeignet sind, beinhalten:

  • Regionale Werbeanzeigen: Durch die gezielte Platzierung in regionalen Zeitungen, Magazinen oder bei regionalen Radiostationen werden lokale Kunden direkt angesprochen.
  • Lokales Sponsoring: Die Unterstützung lokaler Sportvereine, Kulturveranstaltungen oder sozialer Projekte trägt zur erhöhten Sichtbarkeit und einem positiven Image deines Unternehmens in der Region bei.
  • Verkaufsveranstaltungen und Messen: Diese bieten eine Gelegenheit für den persönlichen Kontakt zu regionalen Kunden und ermöglichen die direkte Vorstellung von Produkten oder Dienstleistungen.

Marketinginstrumente im B2B- und B2C-Bereich

Abhängig davon, ob dein Unternehmen Geschäftskunden (B2B) oder Endkunden (B2C) anspricht, ergeben sich unterschiedliche Ansätze und Schwerpunkte bei der Auswahl und Anwendung von Marketinginstrumenten. Beispielsweise nehmen Fachmessen und Networking-Veranstaltungen im B2B-Sektor eine bedeutende Stellung ein, während im B2C-Bereich soziale Medien und verbraucherorientierte Werbung eine zentrale Rolle spielen.

Marketinginstrumente: 4 Best Practices für maximale Erfolge
Gern darfst du diese Infografik auf deiner Webseite einbinden.

Den richtigen Marketinginstrumente-Mix auswählen

Erfolg im Wettbewerb hängt maßgeblich von der Gestaltung des richtigen Marketinginstrumente-Mix ab. Dieser sollte auf verschiedenen Faktoren basieren, die wir in den folgenden Unterpunkten näher erläutern.

Strategische Überlegungen

Bevor du dich mit der Auswahl deiner Marketinginstrumente beschäftigst, solltest du eine klare Strategie definieren. Dazu gehört die Auseinandersetzung mit folgenden Aspekten:

  • Marketingziele: Welches Ziel verfolgst du mit deinen Maßnahmen? (z. B. Markenbekanntheit steigern oder Kundenzufriedenheit erhöhen)
  • Positionierung: In welcher Weise möchtest du dein Produkt oder Unternehmen auf dem Markt positionieren? (z. B. als Premiumanbieter oder Preisführer)
  • Wettbewerbsanalyse: Wer sind deine Mitbewerber und welche Marketinginstrumente nutzen sie?

Auf Grundlage dieser Informationen kannst du fundierte Entscheidungen treffen und den passenden Mix an Instrumenten auswählen.

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Wie du Schritt für Schritt ein Marketingkonzept erstellst, verrät dir dieser Artikel: Marketingkonzept erstellen: Definition, Anleitung und Tipps für 2024

Anpassung an das Geschäftsmodell und die Zielgruppe

Abhängig von Geschäftsmodell und Zielgruppe empfiehlt es sich, unterschiedliche Marketinginstrumente einzusetzen. Hier einige Beispiele:

  • B2B-Unternehmen: Messeauftritte, Fachartikel und persönliche Kundenbetreuung
  • B2C-Unternehmen: Online-Shops, Influencer-Marketing und Rabattaktionen
  • Dienstleistungsunternehmen: Kundenbewertungen, Empfehlungsmarketing und kostenlose Beratungsgespräche

Stelle sicher, dass du deine Maßnahmen an die Bedürfnisse und Erwartungen deiner Zielgruppe anpasst.

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Du bist auf der Suche nach etwas Neuem? Dann schau mal hier vorbei: B2B-Marketing neu gedacht: 3 ungewöhnliche Kanäle, die du testen solltest

Evaluierung und Optimierung des Marketinginstrumente-Mix

Es ist ratsam, eine einmal festgelegte Kombination aus Instrumenten nicht unveränderlich zu betrachten. Da sich Märkte und Zielgruppen ständig wandeln, ist es wichtig, den Erfolg der eingesetzten Maßnahmen regelmäßig zu überprüfen. Dafür kannst du folgende Methoden nutzen:

  1. Marktforschung: Umfrageergebnisse oder Feedback von Kunden
  2. Kontrolle von Kennzahlen: Analyse von Umsatz, Gewinn oder Anzahl der Kunden
  3. Performance-Messungen: Erfolg einzelner Marketinginstrumente (z. B. Online-Conversion-Rate oder Return on Advertising Spend)

Anhand dieser Ergebnisse kannst du gegebenenfalls Anpassungen vornehmen und deinen Marketing-Mix kontinuierlich optimieren.

Trends und Innovationen im Bereich Marketinginstrumente

In der dynamischen Marketinglandschaft gilt es, stets am Ball zu bleiben, um neue Chancen und Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und aufzugreifen. Dabei stehen besonders zwei Aspekte im Vordergrund: digitale und Online-Marketinginstrumente sowie Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung.

Digitale und Online-Marketinginstrumente

Die Digitalisierung und die wachsende Bedeutung des Internets im Geschäftsalltag haben zu einer Vielzahl neuer Marketinginstrumente geführt. Diese ermöglichen es dir, deine Produkte oder Dienstleistungen auf innovative Weise zu präsentieren und zu vermarkten. Zu den wichtigsten digitalen Marketinginstrumenten zählen:

  • Suchmaschinenmarketing (SEM) und Suchmaschinenoptimierung (SEO)
  • Content-Marketing und Inbound-Marketing-Strategien
  • Social-Media-Marketing und Influencer-Marketing
  • Display Advertising und Programmatic Advertising
  • Video-Marketing und Webinare
  • E-Mail-Marketing und Marketing-Automation

Bei der Wahl geeigneter digitaler Marketinginstrumente solltest du deine Ziele, deine Zielgruppe und dein Budget berücksichtigen. Halte ständig die Augen offen für aktuelle Entwicklungen und Technologien, um dein Online-Marketing gezielt zu erweitern und stetig zu verbessern.

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Hier findest du noch mal einen Überblick über erfolgversprechende Marketingmaßnahmen: Marketingmaßnahmen: Definition, Beispiele und Erfolgsstrategien für dein Unternehmen

Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung

Kunden erwarten immer stärker, dass Unternehmen soziale und ökologische Verantwortung übernehmen. Um diesen Ansprüchen gerecht zu werden, kannst du Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung in dein Marketing integrieren und so – ganz nebenbei – dein Unternehmensimage stärken und langfristiges Wachstum und Kundenloyalität fördern.

Hier sind einige Ansätze, auf denen du aufbauen kannst:

  • Umweltfreundliche Produktionsprozesse und ressourcenschonende Verpackungen in deiner Kommunikation hervorheben
  • Soziale Projekte unterstützen und ihre Erfolge in der Unternehmenskommunikation nutzen
  • Transparenz über Lieferketten und faire Arbeitsbedingungen schaffen
  • Mit gemeinnützigen Organisationen kooperieren und von ihrer Expertise in Sachen Nachhaltigkeit profitieren
  • Innovative Geschäftsmodelle etablieren, die Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung fest im Unternehmenskern verankern

Indem du Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung zu einem zentralen Bestandteil deiner Marketingstrategie machst, zeigst du Kunden und Stakeholdern, dass dein Unternehmen Verantwortung übernimmt, aktiv an einer besseren Zukunft arbeitet und dadurch nicht nur gewinnorientiert handelt.

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Mehr zum Thema Nachhaltigkeit in der Werbung liest du hier: Green Marketing: Definition und Best Practices für nachhaltiges Werben

Fazit

Marketinginstrumente spielen eine zentrale Rolle für jedes Unternehmen, um Geschäftsziele zu erreichen, die Bekanntheit und Reichweite zu steigern und Kunden langfristig zu binden. Die verschiedenen Modelle zur Kategorisierung dieser Instrumente, die wir dir in diesem Beitrag vorgestellt haben, helfen dir dabei, eine passende und individuelle Marketingstrategie aufzubauen und diese kontinuierlich zu optimieren:

  • 4 P: Produktpolitik, Preispolitik, Distributionspolitik, Kommunikationspolitik
  • 7 P: Produktpolitik, Preispolitik, Distributionspolitik, Kommunikationspolitik, Personalpolitik, Ausstattungspolitik (Außendarstellung), Prozesspolitik

Nutze die Erkenntnisse aus diesem Artikel, um eine maßgeschneiderte Strategie zu entwickeln, die auf die individuellen Anforderungen und Ziele deines Unternehmens eingeht und somit dauerhaften Erfolg gewährleistet.

FAQ

Häufig gestellte Fragen und entsprechende Antworten sind im Weiteren aufgelistet.

Quellen:

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