How to: Mehr Reichweite auf Instagram bekommen

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Instagram bietet für Unternehmen tolle Werbemöglichkeiten – es ist zu einem der beliebtesten Social Media Kanäle überhaupt geworden. 2020 konnte Instagram 15,6 Millionen tägliche Nutzer in Deutschland verbuchen. Experten sagen einen deutlichen Anstieg für die kommenden Jahre voraus.

Grund genug also, sich genauer mit der Thematik zu befassen. Denn immer mehr Unternehmen sind auf Instagram aktiv und werben dort für ihre Produkte. Damit dies gewinnbringend funktioniert, ist die Reichweite entscheidend. Wie du diese mit effektiven Maßnahmen erhöhst, liest du in diesem Artikel.

Wie funktioniert der Algorithmus von Instagram in 2020?

Bevor du damit beginnst, deine Reichweite auf Instagram zu erhöhen, solltest du verstehen, wie der Algorithmus funktioniert. Denn dieser ist maßgeblich an der Reichweite jeder Seite beteiligt. Er entscheidet, welche Nutzer welche Beiträge zu sehen bekommen. Ähnlich wie du es vielleicht von anderen Algorithmen kennst, Google ist hier ein gutes Beispiel, kann sich auch der Algorithmus von Instagram von Zeit zu Zeit verändern.

Die Grundfunktionen werden sich so schnell wohl aber nicht ändern. Der Algorithmus von Instagram steuert, welche Inhalte Nutzer in ihrem Feed angezeigt bekommen und welche nicht. Er überprüft, welcher Inhalt den größten Mehrwert für einen User hat und zeigt diesen priorisiert an. Im Fokus steht dabei natürlich der Nutzer. Der Algorithmus analysiert die Interessen und Gewohnheiten und stimmt den Feed individuell darauf ab. So soll die bestmögliche User Experience geboten werden.

Dieses System wurde 2016 eingeführt: Beiträge werden nun nicht mehr chronologisch angezeigt, sondern nach den Interessen der Nutzer ausgerichtet. So kennst du es vielleicht auch von Facebook, dort wird nach demselben Prinzip vorgegangen. Der einfache Grund dahinter ist, dass User so lange wie möglich auf der Plattform gehalten werden sollen. Trägt dein Post dazu bei, belohnt Instagram dich mit einer höheren Reichweite.

Welche Signale sind relevant für das Ranking?

Es gibt viele kleine Faktoren, die die Reichweite deiner Seite und deiner Posts erhöhen. Wie bei anderen Kanälen gibt es auch bei Instagram einige Grundregeln, die du unbedingt beachten solltest. Das funktioniert nicht immer von jetzt auf gleich – entscheidend ist, dass du das Feedback der Plattform und deiner Nutzer stetig im Auge behältst und deine Content-Strategie daran anpasst.

Aktualität der Beiträge

Seit 2018 ist klar, dass Instagram seinen Nutzern zuerst neuere Posts anzeigt. Viele User fordern immer noch, die Beiträge wieder in einer chronologischen Reihenfolge zu sehen zu bekommen. Für dich als Unternehmer heißt das, dass du dich an die Gewohnheiten deiner Follower und deiner Zielgruppe anpassen solltest.

Finde also heraus, wann diese am aktivsten sind und eher Zeit haben, sich deine Posts anzuschauen. Du kannst dies entweder ohne Hilfsmittel beobachten, indem du an verschiedenen Tagen zu unterschiedlichen Zeiten postest, oder du nutzt ein spezielles Tool, um dies zu ermitteln.

Bedenke, dass es oft signifikante Unterschiede zwischen den Wochentagen und dem Wochenende gibt. Gerade samstags und sonntags sind viele Nutzer häufiger und zu anderen Zeiten aktiv. Berücksichtige dies unbedingt in deiner Social-Media-Strategie.

Interaktionen

Der Instagram Algorithmus bevorzugt nicht nur neuere Posts, sondern auch Beiträge von Accounts, die viele Interaktionen erfahren. Das sind beispielsweise Kommentare und Likes, aktivierte Benachrichtigungen oder das Interagieren mit deiner Story. Instagram geht dann davon aus, dass der andere Account dir nahesteht und du die Beiträge deshalb gerne sehen möchtest.

Dies ist einer der Gründe für den neuen Anzeigemodus. Denn laut Aussage von Instagram verpassten Nutzer vorher viele Posts von nahestehenden Accounts. Durch den neuen Feed hat sich das natürlich verändert.

Relevanz

Um Usern das bestmögliche Nutzungsererlebnis zu bieten, sollten die Beiträge an die Interessen der Benutzer angepasst sein. Dafür analysiert Instagram die Interessen eines Nutzers und zeigt ihm im Feed weitere Posts an, die dazu passen.

Andere Social-Media-Kanäle gehen da ganz ähnlich vor. Schaust du dir regelmäßig YouTube-Videos zum Thema SEO an, werden dir im oberen Teil deines Feeds wahrscheinlich vermehrt Beiträge über die Suchmaschinenoptimierung begegnen.

Was der Algorithmus nicht kann

Um den Instagram-Algorithmus ranken sich viele Mythen und falsche Annahmen. Da wir nicht genau wissen, wie er im Detail arbeitet, bleiben nur Spekulationen – und die führen nicht immer auf die richtige Fährte. Bei einigen Vermutungen ist aber schon bewiesen, dass sie definitiv nicht stimmen.

Einen Shadowban ausspielen

Lange bestand die Annahme, dass Instagram Content mit einem Shadowban vor Usern versteckt. Die Verantwortlichen von Instagram haben sich selbst zu dem Thema geäußert und klargestellt, dass der Algorithmus dazu gar nicht in der Lage ist.

Postest du allerdings zu viel und nervst deine Follower mit Spam, reagiert der Algorithmus schon darauf. Denn Nutzer können Beiträge, die sie als störend empfinden, auch aktiv melden. Das wertet Instagram natürlich als negatives Signal und kann deine Reichweite verringern.

Unternehmens-Accounts priorisieren

Es gibt keinen direkten Zusammenhang zwischen der Reichweite und verifizierten bzw. Unternehmens-Accounts. Instagram bevorzugt also keine Art von Profil. Es kommt lediglich darauf an, dass deine Beiträge den Usern guten Content und einen echten Mehrwert bieten. Wie dir das gelingt, liest du im nächsten Kapitel.

Tipps: So erhöhst du deine Reichweite auf Instagram nachhaltig

Nun weißt du, wie der Algorithmus von Instagram deine Beiträge bewertet und ausspielt. Dieses Wissen kannst du einsetzen, um deine Reichweite auf Instagram nachhaltig zu erhöhen. Das hat für dich den Vorteil, dass du mehr Nutzer erreichst und deine Werbemaßnahmen dadurch wahrscheinlich erfolgreicher sein werden.

Setze gekonnt Hashtags ein

Bei Hashtags denkst du vielleicht gleich an Influencer und Blogger, die ihr Geld mit Instagram verdienen. Aber auch für dein Unternehmensprofil ist es enorm wichtig, deine Beiträge mit passenden Hashtags zu versehen. Pro Beitrag können maximal 30 Hashtags gesetzt werden.

Sie sind grundsätzlich dafür da, dass dein Profil von Nutzern besser gefunden wird. Interessiert sich ein User beispielsweise für Online-Marketing, dann kann er nach dem Hashtag suchen und findet Beiträge mit der entsprechenden Markierung. Es ist sogar möglich, Hashtags zu abonnieren und zu einem bestimmten Thema immer auf dem Laufenden zu bleiben.

Bei der Wahl der richtigen Hashtags gibt es einiges zu beachten – denn natürlich sollten sie zu deinem Beitrag und deinem Unternehmen passen. Wichtig ist auch, nicht zu allgemeine Hashtags zu verwenden. Denn #happy oder #health verbuchen mitunter mehrere Millionen Posts pro Tag. Da wird dein Beitrag wahrscheinlich untergehen und nicht aus der Masse hervorstechen. Suche also gezielt nach Hashtags, die zu einem spezifischen Thema passen und nicht von allzu vielen Usern verwendet wird.

Vermeide am besten auch Hashtags wie #like4like oder #follow4follow. Natürlich erhöhst du damit die Interaktion, aber langfristig ist dieser Erfolg nicht. Denn es kommt dir ja nicht primär auf die Anzahl der Interaktionen an. Du möchtest dein Unternehmen und deine Produkte bekannter machen und deinen Umsatz steigen. Ein stumpfes Hochtreiben der Follower-Zahlen hilft dir da nicht unbedingt weiter. Außerdem könnte dieser Schrei nach Interaktionen auf echte Interessenten abschreckend und unprofessionell wirken.

Wie viele Hashtags du im Einzelnen verwenden solltest, musst du selbst herausfinden. Auch hier kann es helfen, immer mal wieder zu variieren und den Effekt genau zu beobachten.

Veröffentliche deine Posts zum bestmöglichen Zeitpunkt

Wie du weiter oben schon erfahren hast, wird der Feed von Instagram-Nutzern nicht mehr chronologisch angezeigt. Experten gehen auch nicht davon aus, dass er zurückkehren wird. Somit musst du dich an die neuen Anforderungen bestmöglich anpassen. Und wie wir wissen, werden aktuelle Posts auf jeden Fall bevorzugt.

Deshalb ist es wichtig, dass du deine Beiträge nicht einfach irgendwann veröffentlichst. Du solltest deine Zielgruppe ganz genau beobachten und herausfinden, wann sie meistens online ist. Darüber lässt sich keine allgemeingültige Aussage treffen, denn jeder Personenkreis verhält sich anders. Der durchschnittliche Arbeitnehmer wird zwischen 8 und 17 Uhr wahrscheinlich nur selten online sein.

Wenn deine Zielgruppe hauptsächlich abends oder nachts arbeitet, verschiebt sich die Spanne natürlich. Bedenke, dass es darüber hinaus Einflüsse gibt, die das Nutzerverhalten ändern können. Am Wochenende sind Nutzer oftmals zu ganz anderen Zeiten aktiv.

In den Ferien sind jüngere Menschen ebenfalls anders zu erreichen als im Rest des Jahres. Für ein gelungenes Online-Marketing gilt allgemein, dass du so nah wie möglich an der Zielgruppe sein solltest, um deine Maßnahmen bestmöglich auf die abstimmen zu können.

Du kannst also versuchen, dich in eine Zielperson hineinzuversetzen und bestimmte Zeiten auszuschließen. Dann solltest du deine Posts zu verschiedenen Uhrzeiten veröffentlichen und schauen, wann die meisten Interaktionen erzielt werden.

Es gibt aber auch eine Vielzahl verschiedener Tools, die dir dabei helfen. Mit speziellen Instagram-Planern kannst du deine Posts nicht nur vorher planen, sondern auch umfangreiche Analysemöglichkeiten in Anspruch nehmen. So hast du später schwarz auf weiß, zu welchen Uhrzeiten deine Beiträge die meiste Beachtung bekommen.

Poste relevanten und hilfreichen Content für deine Zielgruppe

Instagrams oberstes Ziel ist es, jedem Nutzer den für ihn relevantesten Content anzuzeigen. Denn damit bleibt er länger auf der Plattform und die Werbeeinnahmen steigen. Der Algorithmus analysiert also, welche Inhalte mit welcher Aufbereitung besonders gut ankommen und zeigt diese priorisiert an.

Wenn du deine Reichweite erhöhen möchtest, kannst du dir dieses System zur Nutze machen. Dafür musst du zunächst herausfinden, welcher Content für deine Zielgruppe überhaupt relevant ist. Wichtig ist, dass du deinen Followern mit jedem Post einen Mehrwert bietest. Du kannst dafür beispielsweise auf

  • Tutorials,
  • Tipps,
  • Anleitungen,
  • DIYs und
  • Rezepte

setzen. Hauptsache, du hilfst deinen Followern irgendwie weiter. Beliebte Aufhänger können auch die vielen kuriosen "Feier"tage (Tag der Freundschaft, Tag der Katze usw.) sein, die in der DACH-Region immer mehr an Bekanntheit gewinnen. Suche hierbei gezielt nach Anlässen, die zu deinem Unternehmen, deinen Produkten oder deiner Marke passen. Du hast zudem die Möglichkeit, deine Follower gezielt zu fragen, zu welchem Thema sie noch mehr erfahren möchten oder Fragen haben.

Nicht nur die Inhalte müssen stimmen, sondern auch die Aufmachung. Ob Text mit Foto, ein Video oder ein Beitrag in deiner Story – Instagram bietet dir die verschiedensten Möglichkeiten, die du an die Bedürfnisse deiner Zielgruppe anpassen kannst.

Interagiere mit anderen Nutzern

Zahlreiche Unternehmen und Influencer sind auf Instagram bereits erfolgreich – das liegt zum Teil auch daran, dass sie rege mit anderen Nutzern zusammenarbeiten und interagieren. Je mehr Interaktionen du verbuchst, desto größer wird deine Reichweite.

Bekommen deine Beiträge regelmäßig viele Likes, dann wertet Instagram dies als eine Kennzahl für einen relevanten und hilfreichen Post. Dieser soll dann natürlich auch andere Nutzer begeistern und wird deshalb mit einer größeren Reichweite belohnt.

Du kannst dies beeinflussen, indem du deine Beiträge auf Interaktionen abstimmst. Stelle dafür eine Frage im Text, die deine Follower beantworten können. Beispielsweise: „In welcher Farbe gefällt euch das Produkt am besten?“ oder „Wie zufrieden seid ihr mit eurer Bestellung?“ Du regst deine Follower damit dazu an, mit dir zu interagieren und steigerst mit geringem Aufwand deine Reichweite.

In diesem Zusammenhang ist auch dein persönlicher Einsatz gefragt. Antworte auf die Kommentare unter deinen Beiträgen – hier werden oft weitere Fragen gestellt oder Feedback abgegeben. Beantworte so viele Kommentare wie möglich. Auch das wird sich positiv auf deine Reichweite auswirken. Hier kannst du mit dem System arbeiten, nach einem Post von dir immer eine Stunde online bleiben und deinen Followern antworten.

Du solltest zudem auch andere themenverwandte Nutzer im Blick behalten und bei ihnen Kommentare und Likes hinterlassen. Du machst so auf dich aufmerksam und ergatterst mitunter den ein oder anderen neuen Follower.

Poste auch mal ein Video

Auch wenn der Algorithmus von Instagram kein offenes Buch ist, wissen wir, dass Videos nicht priorisiert im Feed angezeigt werden. Viele Follower stoppen aber eher, um sich ein Video anzuschauen. Da du deine Inhalte ja auf deine Zielgruppe ausrichten solltest, ist dies ein wichtiges Kriterium des Nutzerverhaltens.

Denn wer ein Video schaut, bleibt natürlich auch länger aktiv. Videos dauern oft über 30 Sekunden und erhöhen somit die Zeit, die ein Nutzer auf deinem Beitrag verbringt. Denkt man dies weiter, sendet dieses Verhalten erneut ein positives Signal an Instagram: Dein Post trägt dazu bei, dass User Instagram nicht verlassen. Eine höhere Priorisierung ist also wahrscheinlich.

Stellt sich wieder die Frage aller Fragen: Über welche Themen soll ein Video gedreht werden? Einfach nur irgendein Video zu posten, bringt deinen Nutzern keinen Mehrwert und hilft dir nicht wirklich dabei, deine Reichweite zu erhöhen. Für Instagram-Videos bieten sich vor allem:

  • Produktvorstellungen,
  • Tutorials,
  • DIYs,
  • Behind the Scenes,
  • Erfolge und Jubiläen,
  • Fragerunden sowie
  • Interviews

an. Versetze dich in die Lage deiner Zielgruppe – welche Probleme hat sie? Worüber wünscht sie sich mehr Informationen? Welche Aspekte sind ihr wichtig? Sei kreativ und setze die Vorschläge und Wünsche deiner Follower bestmöglich um. 

Veröffentliche nur qualitativ hochwertige Posts

Die Konkurrenz auf Instagram ist groß, deshalb geht hier Qualität vor Quantität. Bei Instagram ist es wichtig, schöne Bilder in guter Auflösung zu posten – die Ästhetik steht hier, anders als bei anderen Social-Media-Plattformen, stark im Fokus.

Achte also darauf, jeden Post genau zu überdenken und so lange zu bearbeiten, bis er wirklich perfekt ist. Möchtest du ein Foto posten, muss die Qualität stimmen. Eine hohe Auflösung und ein gutes Arrangement sind dafür unverzichtbar.

Fotos von deinen Produkten kann auch ein professioneller Fotograf erstellen. Dieser holt das Beste aus deinem Produkt heraus und überzeugt die Follower mit einem durchdachten Arrangement. Deinen selbsterstellten Fotos verpasst du mit Bildbearbeitungsprogrammen den letzten Schliff. Hier bieten sich natürlich auch die zahlreichen Filter von Instagram an.

Achte bei deinen Posts darauf, ein einheitliches Layout im Sinne deines Brand Marketings zu verwenden. Um deine Marke überzeugend zu präsentieren, wurden vorab bestimmt schon ein Logo, Farben und ein Stil festgelegt, der auf allen Kanälen einheitlich umgesetzt wird. So sorgst du für Widererkennung und einen starken Markenauftritt.

Nutze Instagram Stories

Stories sind auf Instagram sehr beliebt. Die Zahl der geposteten Stories erhöht sich von Jahr zu Jahr und auch die Nutzer nehmen sie positiv auf. Hierfür könnte ein psychologischer Grund verantwortlich sein: Die künstliche Verknappung. Stories stehen maximal 24 Stunden zur Verfügung. Das heißt, dass die User die Inhalte auf keinen Fall verpassen möchten und eine Story deshalb direkt abspielen.

Mit gelungenen Stories gelingt es dir, deine Reichweite zu steigern. Du hast nämlich die Möglichkeit, deinen Standort und einen Hashtag hinzuzufügen. Bist du regional aktiv, ist es eine tolle Sache, direkt deinen Standort anzuheften. Das trägt außerdem dazu bei, dass sich wesentlich mehr User deinen Beitrag anschauen. Im besten Fall stammen diese aus der selben Stadt und finden direkt den Weg in dein Geschäft oder deine Filiale. Mehr zum Thema liest du in unserem ausführlichen Artikel "Social Media-Marketing mit Instagram Stories: Strategien und Tipps".

Quellen:

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