Mitarbeiterführung im Jahr 2021: Wie du dein Team zu Höchstleistungen motivierst – auch im Homeoffice

Aktualisiert am 16.01.2023
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Ein Team zu führen, ist nicht leicht: Ganz egal, ob du für fünf Mitarbeiter oder eine große Abteilung zuständig bist. Deine Mitarbeiterführung trägt einen wesentlichen Teil dazu bei, welche Leistung erbracht wird und wie die Stimmung im Unternehmen allgemein aussieht.

Mitarbeiter, die ihren Job und ihre Kollegen mögen, arbeiten weitaus effektiver als jene, die jeden Morgen kurz vor der Kündigung stehen. Die Art und Weise, wie du dein Team führst, entscheidet also über Erfolg und Misserfolg.

Wie wichtig dieses Thema ist, hat das Jahr 2020 gezeigt: Als viele Unternehmen aufgrund der Corona-Krise auf Homeoffice umgestiegen sind, haben sich die Anforderungen an dich und deine Position ganz schön verändert. Wie Mitarbeiterführung 2021 auch bei Mitarbeitern im Homeoffice funktioniert, erklären wir dir in diesem Artikel.

Was versteht man unter Mitarbeiterführung?

Der Begriff Mitarbeiterführung beschreibt, wie Vorgesetzte ihre Mitarbeiter steuern und beeinflussen. Tagtäglich bist du als Führungskraft mit deinem Team im Austausch, gibst ihm neue Aufgaben oder sprichst Probleme an. Die Art und Weise, wie du dies angehst, ist dein Stil der Mitarbeiterführung.

In eine Führungsposition zu kommen, ist im Vergleich zu den Herausforderungen der Mitarbeiterführung ziemlich leicht. Denn für Letzteres braucht es nicht nur fachliche Qualifikationen, sondern auch soziale Kompetenz.

Im Idealfall führst du dein Team so, dass deine Mitarbeiter motiviert und engagiert sind. Sie haben Spaß an ihrer Arbeit und arbeiten dementsprechend produktiv. Das sorgt für eine positive Atmosphäre, die gut für das gesamte Unternehmen ist.

Als Führungskraft solltest du dir genaue Gedanken machen, welcher Führungsstil zu dir und deinem Team passt. Dafür gibt es keine allgemeingültige Lösung, denn jedes Unternehmen und jedes Team ist anders.

Welche Arten von Mitarbeiterführung gibt es?

Mit deiner Position als Führungsperson geht eine große Verantwortung einher. Die Zeiten haben sich geändert: Mitarbeiter sind nicht mehr bedingungslos loyal zu ihrem Arbeitgeber. Ein cholerischer Chef, der sein Team nicht würdigt und demotiviert, ist für viele Mitarbeiter ein guter Grund, sich einen neuen Job zu suchen.

Durch das neue Selbstbewusstsein vieler Arbeitnehmer sind die Anforderungen an Manager, Teamleiter und Co. gestiegen. Damit du deine Sache gut machen kannst, solltest du eine klare Linie fahren. Dafür musst du dir bewusst werden, mit welchem Führungsstil du deine Mitarbeiter am besten leiten kannst.

Autoritäre Mitarbeiterführung

Der autoritäre bzw. hierarchische Führungsstil ist eher traditionell ausgerichtet. Der Vorgesetzte entscheidet, was wie gemacht wird. Er trifft die Entscheidungen, in die Mitarbeiter nicht einbezogen werden.

Dabei wird eine klare Linie verfolgt: Der Chef sagt, wo es langgeht, und die Mitarbeiter haben zu folgen. Dementsprechend schnell und unkompliziert werden Entscheidungen getroffen und umgesetzt.

Der Nachteil dieses Führungsstils ist, dass die Mitarbeiter nicht eigenverantwortlich handeln können. Zum einen ist das für viele Arbeitnehmer ein Problem und zum anderen gehen dadurch möglicherweise gute Ideen verloren. Vorschlägen von Seiten der Mitarbeiter wird von autoritären Führungskräften keine Chance gegeben.

Das führt zu Frustration und ist nicht gerade förderlich für das Betriebsklima. Zudem fühlen sich einige Mitarbeiter eingeschüchtert oder sogar ängstlich, da ein autoritärer Führungsstil nur wenig Rücksicht auf Empfindungen und Bedürfnisse nimmt. Auf lange Sicht kann sich dieser Stil also negativ auf die Produktivität auswirken und die Mitarbeiter vergraulen.

Vorteile
Die Führungsperson fällt Entscheidungen schnell und unkompliziert. Es gibt eine klare Linie. Das Team profitiert von der Erfahrung der Führungskraft.
Nachteile
Entscheidungen werden ohne die Mitarbeiter getroffen. Das Betriebsklima leidet, Mitarbeiter haben Angst oder gehen. Kein selbstständiges Handeln der Mitarbeiter.

Kooperative Mitarbeiterführung

Wie der Name schon vermuten lässt, liegt der Fokus bei der kooperativen Mitarbeiterführung (auch: demokratischer Führungsstil) auf dem Miteinander. Regelmäßige Meetings und Gespräche sind hier an der Tagesordnung. In diesem Rahmen werden Entscheidungen diskutiert und letztlich gemeinsam getroffen. Die Mitarbeiter haben also die Möglichkeit, ihre Ideen vorzustellen und ggf. auch umzusetzen.

Das Ziel dieses Führungsstils ist es, dass die Mitarbeiter eigenständig arbeiten. Sie haben einen gewissen Spielraum, in dem sie sich selbst organisieren können und Entscheidungen selbstständig treffen. Ihnen wird durch das Team der Rücken gestärkt und sie arbeiten motiviert, denn sie haben die Möglichkeit, sich persönlich weiterzuentwickeln, und werden dabei sogar noch von einer Führungskraft unterstützt.

Wie erfolgreich dieser Führungsstil ist, hängt von dem jeweiligen Mitarbeiter ab. Wer nicht den gewünschten Einsatz zeigt, kann schnell ein Problem für das ganze Team werden. Zudem können sich Entscheidungsprozesse auch schon einmal in die Länge ziehen, da sie zunächst besprochen werden müssen.

Vorteile
Mitarbeiter bringen eigene Ideen mit ein. Persönliche Weiterentwicklung wird gefördert. Hohe Motivation und ein gutes Klima innerhalb des Teams.
Nachteile
Einsatz der Mitarbeiter ist entscheidend. Entscheidungen sind zeitaufwendig.

Laissez-faire Mitarbeiterführung

Übersetzt bedeutet „Laissez-faire“ so viel wie „Lass sie einfach machen“. Genau das ist die Einstellung, die diesem Führungsstil zugrunde liegt. Der Vorgesetzte nimmt eine recht passive Rolle ein und lässt die Mitarbeiter größtenteils in Ruhe. Sie erledigen ihre Aufgaben selbstständig und fällen dafür alle wichtigen Entscheidungen eigenständig. Dafür braucht es einiges an Vertrauen und auch die richtige innere Haltung.

Denn so entspannt diese Art der Führung auf den ersten Blick auch klingt – sie geht mit einigen Risiken einher. Es kann nämlich schnell Chaos entstehen, wenn es keinen Vorgesetzten gibt, der eingreift. So kann es im schlimmsten Fall passieren, dass Projekte an die Wand gefahren werden, weil Mitarbeiter überfordert sind oder nicht die nötige Motivation mitbringen. Einige Mitarbeiter brauchen Druck von oben, um engagiert arbeiten zu können, andere schaffen es problemlos, sich selbst zu organisieren.

Auch für Konflikte ist die Laissez-faire-Einstellung nicht die Beste. Es kann nämlich schnell passieren, dass Reibereien zwischen einzelnen Mitarbeitern sich weiter hochschaukeln und irgendwann ganz eskalieren. Eine anfängliche Klärung durch einen Vorgesetzten wäre dabei vielleicht besser gewesen.

Vorteile
Viele Freiheiten für die Mitarbeiter. Förderung von Mitarbeitern, die am liebsten selbstständig arbeiten. Entlastung der Führungskraft.
Nachteile
Es kann schnell Chaos entstehen. Es besteht die Gefahr der Überforderung. Konflikte eskalieren möglicherweise.

Was ist die beste Art der Mitarbeiterführung?

Diese drei Beispiele zeigen, wie unterschiedlich Führungskräfte an ihre Aufgabe herangehen können. Wenn du dich nun fragst, was der beste Weg ist, um dein Team zum Erfolg zu führen, gibt es darauf keine klare Antwort.

Im Fokus sollte immer stehen, die bestmögliche Leistung für das Unternehmen herauszuholen. Wie du das schaffst, hängt von deinen Mitarbeitern ab. Du solltest zunächst herausfinden, ob sie mit Freiheiten klarkommen – oder ob sie einen präsenten Vorgesetzen brauchen, der ihnen auf die Finger schaut. Davon abhängig machst du deine Art der Führung.

Was ist der Unterschied zwischen Management und Mitarbeiterführung?

Oftmals wird die Mitarbeiterführung synonym mit dem Begriff Management verwendet, obwohl es sich um zwei verschiedene Aufgabenbereiche handelt.

Das Management umfasst Aufgaben wie:

  • Tasks an Mitarbeiter verteilen
  • Termine vereinbaren
  • Projekte planen und organisieren
  • Ressourcen einsetzen

Das Ziel dabei ist es, wichtige Abläufe zu regeln, damit das Unternehmen reibungslos funktioniert. Als Führungskraft kommst du natürlich nicht darum herum, einige dieser Aufgaben auch auszuführen – sie sind aber nicht deine Kerntätigkeit. Es ist deine Verantwortung, diese Tätigkeiten zu delegieren und sie bestimmten Mitarbeitern zuzuweisen. Dein tägliches Geschäft wird aber nicht davon dominiert.

Steht beim Management das Organisieren im Vordergrund, sind es bei der Mitarbeiterführung die Mitarbeiter. Deine Aufgabe ist es, sie anzuleiten und zu motivieren.

Dafür sind folgende Dinge wichtig:

  • Mitarbeitern Orientierung geben
  • Konflikte erkennen und frühzeitig lösen
  • Strategien und Lösungen entwickeln
  • Potentiale erkennen und fördern

Du als Führungsperson stärkst deinem Team den Rücken, gehst mit gutem Beispiel voran und führst es in die richtige Richtung. Dafür greifst du frühzeitig in Konflikte ein und löst diese professionell. Zudem gehst du auf deine Mitarbeiter ein, erkennst ihre Wünsche und Potentiale und förderst diese gezielt.

Wie funktioniert Mitarbeiterführung bei Remote-Arbeit?

Wie die vorherigen Kapitel gezeigt haben, sollte bei einer optimalen Mitarbeiterführung ein gutes Verhältnis zwischen dem Vorgesetzen und seinem Team bestehen. Regelmäßige Gespräche und ein Austausch über die allgemeine Lage sind dafür natürlich förderlich. Oftmals kannst du auch an dem Verhalten und der Körpersprache deiner Mitarbeiter einiges über ihren Gemütszustand ablesen.

Das wird allerdings schwierig, wenn deine Mitarbeiter im Homeoffice arbeiten. Aufgrund der Corona-Pandemie ist dieses Thema aktueller als je zuvor. Es ist davon auszugehen, dass auch nach dem Ende der Pandemie das Homeoffice nicht komplett in der Versenkung verschwinden wird.

Du beschäftigst dich also am besten jetzt mit dem Thema, wie du deine Mitarbeiter führen möchtest, wenn du sie nicht täglich im Büro siehst.

Schritt 1: Herausforderungen anerkennen

Arbeiten deine Mitarbeiter größtenteils remote, bringt das einige Herausforderungen mit sich, die du für dich erst einmal anerkennen solltest. Es herrscht eine räumliche Distanz zwischen euch. Smalltalk und gemeinsame Mittagessen entfallen.

Hinzu kommt, dass auch deine Mitarbeiter vor einer ganz neuen Situation stehen. Nicht jeder hat zuhause ein eigenes Büro. Ablenkung durch Kinder, den klingelnden Postboten oder einen Hund, der vor die Tür möchte, kommen noch hinzu. Das führt schnell zu Stress und einem schlechten Gefühl.

Umso wichtiger ist es, dass du deinen Mitarbeitern gegenüber Verständnis zeigst. Teile ihnen mit, dass du ihre individuelle Situation verstehst – so arbeitet ihr weiterhin vertrauensvoll zusammen.

Schritt 2: Kontakt pflegen und Regeln festlegen

Auch wenn dein Team nicht im Büro ist, solltet ihr in Kontakt bleiben. Am besten vermeidest du Kontrollanrufe, sondern setzt gezielt Meetings an, in denen die aktuelle Lage besprochen wird und ein ungezwungener Austausch stattfindet.

In diesem Zusammenhang solltest du auch Eckpfeiler für die Kommunikation festlegen. Richte Kanäle ein, über die ihr kommuniziert. Es kann sich auch anbieten, an einem festen Tag der Woche ein Meeting mit dem gesamten Team abzuhalten.

Schritt 3: Das Team-Gefühl stärken

Arbeiten Mitarbeiter remote, fallen Gespräche und gemeinsame Mittagspausen komplett weg. Du solltest deshalb darauf achten, das Wir-Gefühl deines Teams zu stärken. Neben den bereits vorgeschlagenen Team-Meetings könntest du auch ein gemeinsames Essen per Videochat vereinbaren oder ein virtuelles Quiz veranstalten. Bist du dir unsicher, was deine Mitarbeiter gut finden, dann frag sie doch einfach und lass sie beispielsweise per Online-Abstimmung entscheiden.

Mitarbeiterführung mit OKRs

Die Abkürzung OKRs steht für Objectives and Key Results. Dabei wird ein konkretes Ziel, ein Objective, festgelegt, das erreicht werden soll. Auf dem Weg dorthin sollen verschiedene Meilensteile, Key Results, erreicht werden.

Ein Beispiel dafür könnte sein, dass deine Abteilung den Erfolg eures Newsletters verbessern soll. Das ist das übergeordnete Objective. Damit das gelingt, werden mehrere Key Results festgelegt: 100 neue Abonnenten in den nächsten drei Monaten, eine Öffnungsrate von 30 Prozent und ein neues Layout.

OKRs haben für dich den Vorteil, dass du ein großes Ziel samt kleinerer Meilensteine vor Augen hast. Diese kannst du deinen Mitarbeitern transparent präsentieren. So weiß jeder, was der Kurs für die nächsten Monate ist und wie das übergeordnete Ziel erreicht werden kann. Das sorgt für Motivation, das Objective zu erreichen.

7 konkrete Tipps für ausgezeichnete Mitarbeiterführung

Möchtest du deine Mitarbeiter ideal führen, gehören mehr Dinge dazu als regelmäßige Gespräche und eine klare Linie. Mit diesen sieben einfachen Tipps legst du den Grundstein für eine gute und produktive Zusammenarbeit. Nimm diese Verantwortung ernst!

So geht erfolgreiche Mitarbeiterführung

Kommunikation

Eine gute Kommunikation beginnt schon bei einem freundlichen „Guten Morgen“ oder einem „Wie geht es dir?“. Sprich offen und direkt mit deinen Mitarbeitern. Auch Konflikte und geäußerte Kritik solltest du offen klären. Lass deine Mitarbeiter zu Wort kommen und gehe auf sie ein.

Fairness

Behandle alle Mitarbeiter gleich: Wird jemand bevorzugt, vergiftet das die Stimmung im Team. Versuche außerdem, auch bei Fehlern fair zu bleiben. Anstatt jemanden bloßzustellen, solltest du Probleme oder verursachte Fehler ausschließlich in privaten Mitarbeitergesprächen klären.

Motivation

Als Führungskraft ist es deine Aufgabe, die Mitarbeiter zu motivieren. Hier und da ein Lob oder eine neue Anschaffung für die Büros sorgen für gute Stimmung. Stelle dich außerdem hinter dein Team und unterstütze es bei Konflikten mit Kunden oder Kollegen.

Respekt

Bei der Führung von Personal ist Respekt das A und O. Nimm deine Mitarbeiter und ihre Sorgen und Probleme ernst. Achte darauf, sie so zu behandeln, wie du selbst behandelt werden möchtest.

Kompetenz

Gehe mit gutem Beispiel voran und triff Entscheidungen zeitnah – auch, wenn es sich um schwierige Angelegenheiten handelt. Im Zweifel kann es auch helfen, das Team um Rat zu bitten und dessen Einschätzung einzuholen.

Förderung

Erkennst du, dass ein Mitarbeiter viel mehr kann und sein Potential unausgeschöpft bleibt, solltest du ihn gezielt fördern. Gib ihm spezielle Aufgaben oder lege ihm eine Fortbildung nah. Persönliche Weiterentwicklung ist für viele Arbeitnehmer ein wichtiger Aspekt, den du als Führungskraft unterstützen solltest.

Konsequenz

Legst du Regeln fest, solltest du bei ihrer Durchsetzung konsequent sein. Zum einen musst du sie selbst befolgen und darfst zum anderen keine Ausnahmen machen. Sonst kann es passieren, dass du nicht mehr ernst genommen wirst und deine Glaubwürdigkeit verlierst.

Fazit: Motiviere deine Mitarbeiter und werde langfristig erfolgreich

Mit gezielten Vorgehensweisen gelingt es dir, deine Mitarbeiter erfolgreich zu leiten. Dafür fährst du am besten eine klare Linie: Beziehe dein Team mit ein, kommuniziere offen und ehrlich mit ihm und lasse deinen Mitarbeitern Freiraum. So entwickeln sich neue Ideen und es bleibt Platz für Kreativität.

Arbeitet dein Team hauptsächlich im Homeoffice, solltest du zusätzlich den Zusammenhalt stärken, indem du alle Mitarbeiter in einer Videokonferenz zusammenbringst. Hier könnt ihr nicht nur berufliche Themen besprechen, sondern die fehlenden Kaffeepausen nachholen. Wichtig: Teambuilding ist Arbeitszeit! Konferenzen nach Feierabend oder gar am Wochenende sind ein absolutes No-Go.

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