Pinterest Ads: Die besten Advertising-Hacks für profitable Kundengewinnung in 2024

Von Julian Wildpaner
Aktualisiert am 07.01.2024 | Lesezeit ca. Min.

Viele E-Commerce-Unternehmen arbeiten seit Jahren mit altbewährten Werbeplattformen wie Facebook und Google Ads, um Neukunden für ihre Produkte zu generieren. Dass es zu Zeiten von hohen Klickpreisen und Tracking-Problemen noch andere profitable Werbeplattformen gibt, wird oftmals außer Acht gelassen.

Mit Pinterest Ads ermöglicht sich die Chance für viele Werbetreibende, noch von günstigen Klickpreisen und attraktiven Wettbewerbsbedingungen zu profitieren.

Pinterest Ads – die am meisten unterschätzte Neukundenakquise-Maschine mit tollen Targetingmöglichkeiten

In Zeiten der Digitalisierungen greifen immer mehr E-Commerce-Unternehmen auf das Instrument der bezahlten Werbung zurück, um Neukunden für ihre Produkte zu generieren. Hierbei fällt die Wahl zum Anzeigenschalten oftmals auf eine der vertrauten Social-Media-Plattformen wie Facebook, Snapchat oder, seit neuestem, TikTok.

Leider übersehen viele E-Commerce-Unternehmen dabei die visuelle Suchmaschine Pinterest, die seit Mai 2019 das Schalten von bezahlter Werbung anbietet. Dort herrschen immer noch so niedrige Klickpreise und CPMs, wie man es von Facebook nur noch aus ferner Vergangenheit kennt.

Mit über 14 Millionen aktiven Nutzern in Deutschland bietet Pinterest nicht nur eine breite Zielgruppe, sondern sticht vor allem durch die demografischen Merkmale dieser Nutzer hervor – das Besondere ist hierbei nämlich die Altersverteilung: Auf Pinterest ist der größte Anteil der Nutzer über 24 Jahre alt und zeichnet sich vor allem durch eine erhöhte Kaufkraft aus. Laut offiziellen Angaben von Pinterest generieren Werbetreibende somit einen zweimal höheren Return on Advertising Spend für Marken aus dem Einzelhandel im Vergleich zu anderen Social-Media-Plattformen.

Die Werbefunktion auf Pinterest eignet sich vor allem hervorragend für die Akquise von Neukunden, denen die Brand vor dem Kauf noch nicht bekannt war. Denn neun von zehn Pinterest-Nutzern verwenden die Plattform als Inspiration für zukünftige Käufe, wobei 97 Prozent dieser Suchanfragen auf Pinterest „markenfrei“ sind. Dies bietet vielen E-Commerce-Brands die Chance, ihre Produkte einer neuen Zielgruppe vorzustellen, die überwiegend nach neuen, inspirierenden Produkten sucht, die nicht zwingend von einer bestimmten Marke stammen müssen. Eine Markenpräferenz entsteht also erst noch – das ist deine Chance.

Ungenutzte Potenziale mit Millionen-Reichweite richtig ausschöpfen

Die Kombination aus visueller Suchmaschine und Social Media eröffnet nicht nur E-Commerce-Brands, sondern jedem B2C-Unternehmen ungenutzte Potenziale. Auch wenn Pinterest von vielen noch nicht richtig einzuordnen ist, eignet sich die Plattform als Ergänzung zu einer Omnichannel-Marketing-Strategie, kann aber auch für sich allein stehen. Mit Pinterest können gezielt Nutzer sowohl auf Basis von verschiedenen Interessen als auch über bestimmte Suchanfragen angesprochen werden.

Wer darüber nachdenkt, Pinterest als aktive Marketingplattform zu verwenden, wird es bereits zu Beginn sehr einfach haben. Der Werbeanzeigenmanager fokussiert sich auf das Wesentliche. Ob als bereits erfahrener Performance-Marketer oder als PPC-Newbie – die erste Werbekampagne kann in wenigen Minuten ohne Vorkenntnisse aufgesetzt werden.

Nach mehr als 200 Millionen gekauften Impressionen in Deutschland in den letzten zwölf Monaten konnten wir einige wichtige Erkenntnisse gewinnen, die es für eine profitable Pinterest-Ads-Kampagne bedarf.

Ein passendes Produkt auswählen

Die Auswahl des passenden Produkts ist entscheidend für den Erfolg der Kampagne auf Pinterest – denn nicht jedes Produkt eignet sich zum Bewerben dort.

Laut den Pinterest Audience Insights sind 71 Prozent aller Nutzer weiblich, 23 Prozent männlich und 6 Prozent haben keine Informationen zum Geschlecht angegeben. Demnach eignet es sich, Produkte zu bewerben, die überwiegend von Frauen gesucht und gekauft werden. Selbstverständlich können auch Produkte beworben werden, die sich ausschließlich an Männer richten, doch rein faktisch ist das Umsatzpotenzial hier deutlich kleiner als beim Verkauf von Produkten für Frauen.

Nach dem Bewerben von über 80 verschiedenen Produkten aus unterschiedlichen Nischen können wir mit Überzeugung sagen: Es sind vor allem Produkte empfehlenswert, die beim weiblichen Geschlecht ein Kaufinteresse wecken. Dabei eignen sich Produkte in der Einrichtungs-, Mode-, Beauty- und Gesundheitsnische hervorragend für Pinterest, da der Großteil der Pinterest-Nutzer sich für diese Themen interessiert.

Ein unwiderstehliches Angebot unterbreiten

Das beworbene Produkt sollte ein so attraktives Angebot darstellen, dass es sogar Personen kaufen würden, die nicht der Kernzielgruppe entsprechen. E-Commerce-Brands, die es bevorzugen, bei dem ersten Touchpoint mit dem Nutzer bereits eine profitable Akquise hinzulegen, sollten die folgenden Dinge beachten.

Einen Neukundenrabatt für das beworbene Produkte anzubieten, wird die Chance signifikant steigern, dass der Pinterest-Nutzer bereits beim ersten Touchpoint kostengünstig akquiriert wird. Hierbei kann der alte Vergleichspreis auch angehoben werden, sodass der rabattierte Verkaufspreis vom Nutzer deutlich attraktiver wahrgenommen wird.

Des Weiteren sollte das Kaufverhalten der jeweiligen Kernzielgruppe berücksichtigt werden. Viele Pinterest-Nutzer, die nach Inspirationen und Ideen suchen, würden beim ersten Touchpoint lediglich einen begrenzten Betrag für einen Impulskauf ausgeben. Produktangebote, die im Bereich von 25 bis 40 Euro liegen, eignen sich somit ideal für Impulskäufe durch Pinterest Ads. Dagegen benötigen Produkte mit einem höheren Verkaufspreis deutlich mehr Touchpoints mit dem Kunden und einen durchdachten Retargeting-Funnel – diese Produkte sind aber ebenfalls nicht auszuschließen.

Ein Creative erstellen, das Aufmerksamkeit erregt

Damit das beworbene Angebot auch richtig aufgenommen wird, bedarf es eines aufmerksamkeitserregenden Creatives. Es können sowohl Bilder als auch Videos beworben werden, wobei sich ein interaktives Produktvideo ideal für das Direct-Response-Marketing eignet. Die Videodauer sollte bestenfalls zwischen 20 und 35 Sekunden liegen und der Inhalt des Videos dem AIDA-Prinzip folgen.

Pinterest bietet bei der Ausstrahlung von Werbeanzeigen verschiedene Platzierungen an, bei denen sowohl quadratische (1:1) als auch vertikale Pins (2:3) beworben werden können. Demnach wird empfohlen, zwei verschiedene Videogrößen zu erstellen, sodass die Werbebotschaft auf allen Platzierungen ausgespielt werden kann.

Beim Verkauf von erklärungsbedürftigen Produkten sollte das Video mit Untertiteln ergänzt werden, sodass die Werbebotschaft auch ohne Sound eindeutig vom Nutzer verstanden wird. Beim Scrollen durch den Newsfeed verwenden nämlich 85 Prozent der Smartphone-Nutzer ihr Gerät im Stumm-Modus, weshalb zusätzliche Untertitel die Werbebotschaft des Videos verstärken.

Im Gegensatz zum Facebook- und Instagram-Feed werden im Homefeed auf Pinterest mehrere Beiträge gleichzeitig angezeigt. Dies bedeutet, dass dein Werbevideo neben weiteren Beiträgen angezeigt wird und alle AIDA-Prinzipien beinhalten muss, damit es die Aufmerksamkeit des Nutzers erlangt. Ein „Pattern-Interrupt“ in den ersten drei Sekunden ist zwingend notwendig, um die Aufmerksamkeit der Nutzer zu wecken und die Interaktionsrate des Videos zu fördern.

Sobald das Interesse eines Nutzers geweckt wurde, klickt dieser das Werbevideo an, um es in voller Größe wahrnehmen zu können. An diesem Punkt ist es entscheidend, dass am Ende des Videos ein klarer Call-to-Action platziert wird, damit der Pinterest-Nutzer zum Webseitenbesucher wird, um mehr über das Produkt zu erfahren.

Eine effektive Kampagnenstruktur aufsetzen

Bei der Erstellung der ersten Werbekampagne auf Pinterest Ads sollten die eigenen Zielvorstellungen eindeutig sein. Möchte ich mit meiner Werbebotschaft Conversions erzielen oder für mehr Brand Awareness sorgen?

Die Erstellung einer „Conversion Kampagne“ eignet sich hierbei ausgezeichnet, sofern eine E-Commerce-Brand mehr Neukunden und mehr Umsatz generieren möchte. Nach der Auswahl der Kampagnenziels können in der Ebene der Anzeigengruppen weitere Einstellungen vorgenommen werden. An dieser Stelle werden die knapp 15 Millionen aktiven deutschen Nutzer in 24 verschiedene Interessen segmentiert.

Damit die Werbeanzeige an die passende Zielgruppe ausgespielt wird, sollte jede Anzeigengruppe lediglich ein Interesse beinhalten. Dadurch kann die Performance von verschiedenen Zielgruppen separat getestet und verglichen werden, und man vermeidet die Zielgruppenüberschneidung.

pinterest ads grafik

Demnach könnte eine E-Commerce-Brand für Haar-Extensions drei Anzeigengruppen mit naheliegenden Interessen und eine mit komplett offener Zielgruppenansprache auswählen. Jede der Anzeigengruppen beinhaltet dieselben Video-Creatives – einmal in quadratischer und einmal in vertikaler Größe. Anschließend wird das Tagesbudget und die Gebotsstrategie für die jeweiligen Anzeigengruppen festgelegt.

Hierbei gibt es zwei Arten der Gebotsstrategie.

  1. Automatisches Gebot: Beim automatischen Gebot versucht Pinterest, so viele Conversions wie möglich aus deinem Budget herauszuholen, was so viel bedeutet wie: Das festgelegte Tagesbudget wird immer vollständig ausgegeben, egal ob wir Kunden generieren oder nicht.
  2. Benutzerdefiniertes Gebot (tCPA): Beim benutzerdefinierten Gebot (auch „target Cost-per-Acquisition“ genannt) legst du die durchschnittlichen Zielkosten pro Conversion fest, die bei der Ausgabe des Budgets erreicht werden sollen. Bei dieser Gebotsstrategie zwingst du den Pinterest-Algorithmus, Neukunden zu deinem gewünschten Cost-per-Acquisition (CPA) zu generieren. Der riesige Vorteil bei dieser Gebotsstrategie ist eindeutig: Du kannst mit einem niedrig angesetzten Ziel-CPA verschiedene Interessen und Creatives testen, ohne das Risiko einzugehen, viel Geld zu verbrennen. Denn das Worst-Case-Szenario wäre folgendes: Der Pinterest-Algorithmus akquiriert keine Kunden für deinen festgelegten CPA, wodurch deine Anzeigengruppen einfach kein Geld ausspielen.

Sobald du allerdings erste Ergebnisse mit den vier verschiedenen Anzeigengruppen erzielst und sich gut funktionierende Interessen und Creatives herauskristallisieren, kannst du die täglichen Budgetausgaben manuell regulieren. Erhöhe hierbei den festgelegten Ziel-CPA alle vier Tage um 20 Prozent, bis das komplette Anzeigengruppenbudget profitabel ausgegeben wird. Achte darauf, dass nach jeder Änderung der Algorithmus drei bis sieben Tage Optimierungszeit benötigt, bis du die Resultate der letzten Änderungen siehst.

Das Ziel dieser Strategie ist es, den Sweetspot zu finden, bei dem das komplette Tagesbudget ausgegeben wird und Kunden für den gewünschten CPA akquiriert werden.

Das Fundament, um nachhaltig auf Pinterest die Werbeplätze zu dominieren

Sobald die erste profitable Kampagne aus einem gefragten Produkt, einem unwiderstehlichen Angebot und einem ausgezeichneten Video-Creative aufgesetzt wurde, gilt es, diese Kampagne nicht nur zu skalieren, sondern auch die Auktion nachhaltig zu dominieren. Das vertikale Skalieren der Kampagne kann durch die einzelnen Budgets der Anzeigengruppen erhöht und durch den Ziel-CPA reguliert werden. Ebenfalls sollte man ständig neue Interessen testen, sodass das Gesamtbudget auch horizontal verteilt werden kann.

Die Kombination aus den genannten vertikalen und horizontalen Skalierungsmaßnahmen kann gestärkt werden, indem regelmäßig neue Video-Creatives in die existierenden Anzeigengruppen eingepflegt werden. Dadurch wird dem Pinterest-Algorithmus die Freiheit gegeben, jedem individuellen Nutzer das passende Creative auszuspielen und somit „ad fatigue“ (Anzeigenermüdung) zu vermeiden.

Sofern das Einpflegen von neuen, frischen Creatives ständig wiederholt wird, steht dem Erfolg fürs langfristige Bewerben von Produkten mit Pinterest Ads nichts im Wege.

FAQ

An dieser Stelle möchten wir einige häufig gestellte Fragen zum Thema beantworten.

Quellen:

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