Supply Chain Management: Was ist das und was sind seine Ziele?

Aktualisiert am 16.01.2023
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Das Supply Chain Management (SCM) kann im Deutschen in etwa mit "Lieferkettenmanagement" übersetzt werden, was schon einen ersten Schluss auf die Bedeutung des Managementansatzes zulässt.

Der Begriff steht in seiner Gänze für den Aufbau, die Verwaltung und auch die Optimierung von Logistikketten. Durch das SCM sollen alle Geld-, Informations- und Warenflüsse eines Unternehmens geplant und kontrolliert werden. Dies soll über alle Wertschöpfungs- und Lieferketten (englisch: Supply Chains) gehen, und zwar vom Kunden bis zum Lieferanten der Rohstoffen.

Definition von Supply Chain Management

Eine treffende Definition des SCM hat der Council of Supply Chain Management Professionals (CSCMP) herausgegeben. Dieser stellt einen Berufsverband dar, der sich ganz dem Thema Supply Chain Management widmet. Er wurde im Jahr 1963 gegründet und trägt seitdem zur Verbreitung von Wissen und neuen Studien bezüglich des Managementansatzes bei. Der Verband hat seinen Sitz in Lombard (Illinois), USA.

Definition des CSCMP

"Das Supply Chain Management umfasst die Planung und Verwaltung aller Aktivitäten, die mit der Beschaffung und Vermittlung, der Umwandlung und allen Aktivitäten des Logistikmanagements zu tun haben. Wichtig ist auch die Koordination und Zusammenarbeit mit Vertriebspartnern, bei denen es sich um Lieferanten, Vermittler, Drittanbieter und Kunden handeln kann. Im Wesentlichen integriert das Supply Chain Management das Angebots- und Nachfragemanagement innerhalb eines Unternehmens und zwischen Unternehmen." 

Ziele des Supply Chain Managements

In der globalisierten Welt ist es von größter Bedeutung, die Kosten für die Herstellung von Produkten zu senken und den potenziellen Käufern trotzdem eine gute Qualität zu bieten. Der Druck hin zu günstiger Produktion und schneller Lieferung wächst in den meisten Branchen wegen starker Konkurrenz, unter anderem aus dem asiatischen Raum, immer mehr. Die Kundenerwartungen sind wegen der Vielfalt an Optionen daher sogar noch angestiegen.

Um trotz dieser wirtschaftlichen Faktoren konkurrenzfähig zu bleiben, müssen die meisten Unternehmen eine transparente Vernetzung entlang der Wertschöpfungsketten schaffen. Ganz nach dem Motto: Stabilität durch Kooperation. Genau das verspricht das SCM.

Durch eine ideale Arbeitsteilung soll es dazu kommen, dass sich alle Partner auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren können. Die Zeiten, in denen ein Produkt nur an einem Ort hergestellt wurde, sind dabei längst vorbei. Mittlerweile müssen Bauteile und Rohstoffe über verschiedene Lieferanten, Produzenten und Subunternehmer transportiert werden, bevor daraus ein Produkt wird, das beim Kunden ankommt. Eines steht dabei immer im Fokus: ein ideales Preis-Leistungs-Verhältnis.

Die wesentlichen Ziele des Supply Chain Management lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • Verkürzung der Durchlaufzeiten
  • Erhöhung der Lieferzuverlässigkeit
  • Bedarfsorientierte Produktion durch Arbeitsteilung
  • Ideale Kooperation mit Partner- und Subunternehmen
  • Perfektionierung und Absicherung der Just-in-Time-Versorgung
  • Verkürzung von Cash-to-Cash-Zyklen
  • Senkung der Lagerkosten
Aufgaben im Supply Chain Management

Das gemeinsame Management als Unterschied

Das gemeinsame Management stellt beim Supply Chain Management zu jeder Zeit die tragende Säule dar und unterscheidet es grundlegend zu manchen anderen Ansätzen aus der Betriebswirtschaft.

Grob lässt sich das SCM in drei Bereiche einteilen:

  • Materialfluss: Dieser Sektor umfasst den Transport von Waren vom Lieferanten bis zum Kunden sowie gegebenenfalls deren Rückgabe. 
  • Informationsfluss: Wenn relevante Informationen zu Aufträgen und Lieferungen weitergegeben werden, dann spricht man von einem Informationsfluss. Falls dieser ohne Unterbrechungen und mit einer guten Organisation gewährleistet ist, können Verspätungen, Ausfälle und andere Störungen vermieden werden. 
  • Finanzfluss: Hierbei geht es, wie der Name schon sagt, um Geld. Der Finanzablauf setzt sich aus Zahlungsplänen, Kreditbedingungen, Warensendungen und Eigentumsverhältnissen zusammen. Auch hier gilt: Der Fluss darf nicht ins Stocken geraten. 

Voraussetzungen für ein erfolgreiches Supply Chain Management

Oftmals bedeutet Supply Chain Management für Unternehmen einen Prozesswechsel, der manchmal sogar als Kulturwandel bezeichnet werden kann. Wird das SCM allerdings perfektioniert, dann verspricht es Erfolg.

Eine gute Zusammenarbeit: Der wohl wichtigste Faktor des Supply Chain Managements ist eine gute Zusammenarbeit mit allen Unternehmen, die in einem oder mehreren der vielen Prozesse mitwirken. Dazu ist es nötig, die Prozesskette zu kennen und zu verstehen und sich in jeder Situation um gemeinsame Lösungen zu bemühen. Alle Prozesse des SCM müssen sich zudem den wechselnden Bedingungen, die Zusammenarbeit bedeuten kann, anpassen. 

Ehrlichkeit und Transparenz: Der Informationsaustausch mit allen Beteiligten an der Supply Chain muss stets ehrlich und transparent sein. Das gilt für Stärken und Schwächen der eigenen Prozesse bis hin zu Risiken gegenüber Geschäftspartnern. Einer der klassischen Gründe für das Scheitern eines Unternehmens ist eine unrealistische Planung, die dadurch vermieden werden kann.

Schnelle Reaktionsfähigkeit und gute Anpassung: Ein gut strukturiertes Supply Chain Management sorgt dafür, dass ein Unternehmen enorm schnell auf Veränderungen reagieren kann. Der Planungshorizont muss dabei immer den Versorgungsunterlagen entsprechen. Bei der Schnelligkeit muss aber immer auf die Qualität geachtet werden.

Kurze Prozesszeiten: Um die Reaktionsschnelligkeit zu prüfen, kann die Relation zwischen Prozesszeiten und Zeiten in der Fertigung der vorgelagerten Prozesse betrachtet werden. Alle Zeiten müssen immer wieder in Frage gestellt und perfektioniert werden. Es sollten regelmäßig alle Prozesszeiten gemessen und ein Konzept erstellt werden, um diese so kurz wie möglich zu halten.

Ganzheitliche Logistik: Ganz egal, ob es um Prozess-, Material- oder Informationslogistik geht – kein Teil der Logistik darf hinten runterfallen. Die einzelnen Prozesse sollten gut durchdacht in das Supply Chain Management eingebaut werden. Durch ein umfangreiches Logistiksystem kann das Risiko minimiert werden.

Klare Regeln: Bei einem optimalen Supply Chain Management sollten klare Regeln herrschen. Das gilt für die einzelnen Prozesse ebenso wie für Verantwortliche in allen Bereichen. Nur so kann eine qualifizierte Lieferkette entstehen, die einheitlich bleibt und bei der keine Richtlinien aufgeweicht oder gar übergangen werden. Die Ansprüche und Zuständigkeiten innerhalb der Supply Chain müssen klar kommuniziert werden.

Quellen:

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