Ein Unternehmensleitbild entwickeln: So gehst du 2022 vor

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Wenn du ein Unternehmen gründest, tust du das bestimmt nicht nur, um damit Geld zu verdienen. Du hast eine Vision, Zielvorstellungen und willst gegenüber deinen Partnern und Kunden ein Nutzenversprechen abgeben. Denn dein Unternehmen soll ja einem Zweck dienen.

Kurz gesagt: du hast in deinem Kopf schon vor der Gründung eine Unternehmensphilosophie entwickelt. Aber wie wird daraus ein echtes Unternehmensleitbild mit positiver Außenwirkung, das zeigt, wofür dein Unternehmen steht und welche Ziele du damit verfolgen willst? Dazu braucht es eine gut durchdachte Strategie.

Hier liest du, welche Bedeutung ein gut konzipiertes Unternehmensleitbild für deinen zukünftigen Erfolg hat. Und wie du bei der Ausarbeitung eines solchen Leitbildes am besten vorgehst.

Lesetipp

Vision, Mission, Unternehmensleitbild – diese Begriffe werden oft in einen Topf geworfen. Die wichtigen Unterschiede erklären wir dir in unserem Beitrag Vision, Mission, Unternehmensleitbild: Wo liegen die Unterschiede?

Was ist überhaupt ein Unternehmensleitbild? Welche Inhalte hat es?

Ein Unternehmensleitbild beschreibt die Philosophie und die Kultur deines Unternehmens. Es besteht im Wesentlichen aus vier Teilen:

  1. Der Slogan: Ein prägnant formuliertes Unternehmensmotto – sozusagen ein Leitmotto – fasst punktgenau das Selbstverständnis deines Unternehmens zusammen. Mit dem Slogan können sich im besten Fall sämtliche Mitarbeiter auf Anhieb identifizieren.
  2. Die Vision: Die Unternehmensvision beschreibt die Richtung, in welche sich deine Firma in der Zukunft entwickeln soll. Du möchtest der Marktführer in deiner Nische werden? Dann ist das deine Unternehmensvision. So groß musst du aber gar nicht unbedingt denken, um eine Vision zu haben.         
  3. Die Mission: Im Mission Statement gibst du ein Nutzenversprechen ab. Denn dein Unternehmen hat ja einen Zweck zu erfüllen, soll Partnern, Kunden und Mitarbeitern einen Nutzen einbringen. Vielleicht sogar der Gesellschaft. Auf jeden Fall allen Stakeholdern. Was ist dein Unternehmenszweck?             
  4. Die Werte: Mit der Gründung eines Unternehmens sind immer auch Wertvorstellungen verbunden, die ein Selbstverständnis widerspiegeln. Die gesamte Belegschaft bewegt sich in einem gemeinsamen Rahmen von Normen und Grundsätzen, also von Unternehmenswerten. Am besten fasst du diese in Form von Leitsätzen zusammen. Diese Werte bestimmen die innere Unternehmenskultur genauso stark wie die Außenwirkung. Deshalb ist es so wichtig, dass alle sie verinnerlichen.

Welche Bedeutung kommt einem Unternehmensleitbild zu? 

Bei der Leitbildentwicklung beantwortet ein Unternehmen die grundlegenden Fragen, welche der Unternehmensphilosophie zugrunde liegen. Im Unternehmensleitbild wird die Richtung des Weges in die Zukunft festgelegt. Wird diese Richtung nicht prägnant definiert, können sich die Mitarbeiter mit dem Weg, den das Unternehmen gehen will, auch nicht identifizieren.

Partner, Kunden und Mitarbeiter möchten wissen:   

  • Wofür steht das Unternehmen?
  • Welche Ziele verfolgt das Unternehmen?
  • Wohin will sich das Unternehmen in der Zukunft entwickeln?

Diese Fragen kann man auf verschiedene Weisen beantworten. Die Antworten könnten beispielsweise die erwarteten Umsätze und Gewinnaussichten des Unternehmens darstellen.

Aber bei der Leitbildentwicklung geht es gerade nicht um monetäre Belange. Zahlen sind hier nicht handlungsleitend, die Fragen beziehen sich vielmehr auf Führungsgrundsätze, den Umgang miteinander und eine gemeinsame Unternehmensidentität. Die Kommunikationsabteilung soll den Mitarbeitern mit ihren positiven Formulierungen vorleben, wie die Gesprächskultur innerhalb und außerhalb des Unternehmens geführt werden soll. 

Wie du deine Mitarbeiter führst und wie diese miteinander umgehen, wirkt sich maßgeblich auf die Außendarstellung deines Unternehmens aus – das beeinflusst auch die Markenbildung.

Wie entwickelt man ein Unternehmensleitbild?

Der Entstehungsprozess eines Unternehmensleitbildes verläuft in mehreren Phasen:              

  • Team bilden: Im ersten Schritt wird ein Projektteam aus Mitarbeitern aller Hierarchiestufen zusammengestellt. Handlungsleitend bei der Auswahl der Teammitglieder ist die Frage: Wer kann einen wertvollen Beitrag zur Konzeption des Unternehmensleitbildes liefern?                  
  • Status quo: Bevor der Entstehungsprozess in Gang gesetzt werden kann, muss eine gründliche Ist-Analyse erfolgen.               
  • Auswertung: Die Ist-Analyse wird im nächsten Schritt bewertet. Wie steht es um die Werte und Zielvorstellungen des Unternehmens? Wie sehen die Führungsgrundsätze aus? Können diese Aspekte so, wie sie gegenwärtig sind, ins Leitbild integriert werden? Oder sind vorab Änderungen notwendig?               
  • Leitbildentwicklung: Wenn bestehende und künftig gewünschte Wertvorstellungen kongruent sind, kann sich die Kommunikationsabteilung an die Formulierung des Leitbildes in Form von Leitsätzen machen. Denn nicht nur der Inhalt, sondern auch die Form machen ein Unternehmensleitbild aus. Worte können sehr motivierend wirken, aber auch den gegenteiligen Effekt haben.                 
  • Umsetzung: Ein Leitbild allein nutzt dem Unternehmen gar nichts, wenn es nicht umgesetzt wird. Das Unternehmensleitbild muss also gezielt in alle Anspruchsgruppen bis in die Unternehmensleitung hinein kommuniziert und anschließend in die Praxis überführt werden.
  • Verhaltenskodex: Ein bindender Verhaltenskodex hilft dabei, das Leitbild fest ins Unternehmen zu integrieren. Die Corporate Philosophy bildet die Basis und geht mit der Zeit ganz selbstverständlich in die Corporate Identity über. Diese setzt sich aus Umgangsformen (Corporate Behavior), Nachhaltigkeit (Corporate Sustainability) und Kommunikationskultur (Corporate Communication) zusammen. Aus verschiedenen Bereichen entsteht so eine allgemeingültige Grundlage der gelebten Unternehmenswerte. 

Nicht nur nach außen hin, auch im täglichen Unternehmensalltag muss das Leitbild stets präsent bleiben. Deshalb ist es wichtig, in alle Richtungen immer wieder aufs Neue daran zu erinnern. Flyer können das beispielsweise nach außen hin für die Öffentlichkeit tun und tragen zur Imagepflege bei. Innerhalb des Unternehmens darf das rege Gespräch über das Leitbild niemals abreißen. Die Führungsebene sollte stets als Vorbild dienen und sich dem Leitbild gemäß verhalten.

Motivationschancen nutzen

Der Entstehungsprozess eines Unternehmensleitbildes birgt enorme Chancen der Motivation aller Beteiligten. Sich hinter einem gemeinsamen Leitbild zu versammeln, das man zusammen konzipiert hat, schweißt ungemein zusammen. Mitarbeiter bekommen nicht sehr oft die Chance, die zukünftige Richtung des Unternehmens so wegweisend und aktiv mitzugestalten. Darin liegt ein großes Motivationspotenzial.

Die Führungskräfte können den Mitarbeitern bei der Leitbildentwicklung gute Kommunikation und positiven Umgang miteinander vorleben. Auch diese Chance sollte unbedingt genutzt werden, damit dieser Aspekt im Unternehmenskonzept keinesfalls eine leere Phrase bleibt.

Welche Ziele verfolgt ein Unternehmensleitbild?

Die Ziele des Leitbildes richten sich sowohl nach innen als auch nach außen:

Innenwirkung Außenwirkung
Durch gemeinsame Identitätsfindung soll die Mitarbeiterbindung erhöht werden. Dafür müssen die Mitarbeiter sich bei der Leitbildentwicklung abgeholt fühlen und die gesetzten Ziele als gemeinsame Ziele empfinden. Das Streben nach Erreichung eines gemeinsamen Ziels kann enorme Potenziale freisetzen. Die Außendarstellung des Unternehmens gemäß Leitbild dient der Imagepflege. Das Unternehmen soll sich mit seinen Werten und seinem Leitbild positiv von der Masse abheben.

Fazit: Ein Unternehmensleitbild spiegelt die Geschäftsphilosophie wider

Für ein gut durchdachtes Unternehmensleitbild braucht es eine Strategie. Denn die Unternehmens- beziehungsweise Geschäftsphilosophie soll auf lange Sicht festgelegt werden und eine nachhaltige Wirkung nach innen und außen erzielen. Konzept und Entwicklung des Unternehmensleitbildes müssen also auf einem soliden Fundament stehen und mit Akribie erarbeitet werden.

Die beste Basis nutzt aber gar nichts, wenn sie in der Theorie perfekt erdacht und dann nicht umgesetzt wird. Das Unternehmensleitbild braucht also nicht nur eine Entwicklungs-, sondern auch eine praktisch orientierte Umsetzungsstrategie. Die Führungskräfte des Unternehmens müssen dabei mit gutem Beispiel vorangehen, damit die Mitarbeiter nachziehen. Nur wenn das Management es schafft, die Belegschaft sowohl emotional als auch praktisch einzubinden, wird das Leitbild zur gemeinsam gelebten Unternehmenskultur.

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