Zielgruppen auf Social-Media: Welche Plattform nutzen deine Kunden?

Aktualisiert am 16.01.2023
Lesezeit ca. Min.

Insbesondere dann, wenn du mit Social-Media-Marketing beginnst, kannst du nicht jede Social-Media-Webseite mit Content bedienen. Steht das entsprechende Personal nicht zur Verfügung, gestaltet sich das auch später schwierig.

Die gute Nachricht ist: Du musst nicht alle sozialen Netzwerke abdecken, um deine Zielgruppe zu erreichen. Ganz im Gegenteil. Es ist sogar äußerst wichtig, dass du dich auf die Plattformen konzentrierst, auf denen sich Personen aufhalten, die für deine Markenbotschaft empfänglich sind.

10 populäre Social-Media-Networks

Pauschal lässt sich nur schwer sagen, auf welcher Plattform deine Marke und deine Inhalte Erfolge feiern und ein geeignetes Publikum finden werden. Die meisten Netzwerke beinhalten ein buntes Gemisch aus Accounts mit unterschiedlichen Interessen. Hierzu können Humor, Politik, Wirtschaft, Sport, Alltagsthemen, Kultur und Popkultur sowie zahlreiche Nischen-Hobbies gehören.

Die meisten sozialen Netzwerke weisen einige Ähnlichkeiten auf. Es gibt aber fundamentale Unterschiede bei der Präsentation der verschiedenen Beiträge und wie User mit diesen Posts und untereinander interagieren.

Die folgenden Social-Media-Seiten gehören zu den beliebtesten und ziehen nach wie vor viele aktive User an. Das bedeutet allerdings nicht, dass du überall deine spezifische Zielgruppe findest. Dennoch solltest diese Seiten in Betracht ziehen und sie dir genauer ansehen.

Facebook

Facebook stellt weiterhin das Go-to Social-Media-Netzwerk dar. Nutzer erstellen persönliche User- und Unternehmensprofile, um eigene Fotos und Videos hochzuladen, Textbeiträge zu veröffentlichen, Links zu teilen oder mit anderen Mitgliedern zu kommunizieren. Alle Beiträge lassen sich mit Freunden, Familie, Arbeitskollegen, Abonnenten oder Fremden auf der eigenen Profilseite oder den Pinnwänden der anderen Konten teilen.

Ferner sind Diskussionen innerhalb von Facebook-Gruppen möglich, sofern ein Beitrag zum Gruppenthema passt. User können selbst eine oder mehrere Gruppen erstellen. Mitglieder können sich auch gegenseitig Privatnachrichten zusenden.

Mittelständler, Groß- und Kleinunternehmer dürfen eine eigene Facebook-Page erstellen, um ihr Produkt, ihre Dienstleistung bzw. ihre Marke zu präsentieren und zu bewerben. Facebook eignet sich sowohl für den B2C- als auch für den B2B-Bereich.

Durch die Ad-Funktion und ihren präzisen Algorithmus bist du in der Lage, demographische Merkmale und Interessen deiner Zielgruppe anzugeben und potenzielle Kunden somit direkt mit deiner Markenbotschaft anzusteuern. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, direkt mit den Kunden oder Interessenten per Messenger oder Kommentar-Funktion zu kommunizieren.

Weltweit nutzen monatlich etwa 2,07 Milliarden aktive Accounts die Seite. 1,14 Milliarden leben in der Asien-Pazifik-Region, 410 Millionen in Europa. Du solltest aber bedenken, dass die Anzahl der aktiven User in Deutschland in allen Altersgruppen zurückgeht. So verwenden nur 60 Prozent der deutschen Bevölkerung Facebook. Das sind immer noch viele Anwender, allerdings waren es 2018 noch 76 Prozent.

Instagram

Das von Facebook aufgekaufte Netzwerk Instagram erfreut sich großer Beliebtheit und kann monatlich 1 Milliarde und täglich 500 Millionen aktive Konten vorweisen. Weltweit nutzen weibliche User in einem Alter von 13 bis 17 Jahren, 35 bis 44 Jahren, 55 bis 64 und ab 65 Jahren die Plattform häufiger als Männer. Bei den Altersgruppen von 18 bis 24 Jahren sowie 35 bis 44 Jahren überwiegt dagegen der männliche Anteil.

Generell befinden sich hier viele Millennials. Diese teilen persönliche Bilder oder Stories mit ihren Abonnenten. Sie folgen aber auch Unternehmen, Marken und Markenpersönlichkeiten bzw. Influencern, kommentieren enthusiastisch und reagieren mit Likes auf Beiträge.

Inzwischen nutzen Firmen die Plattform, um auf sich aufmerksam zu machen, Kunden anzusprechen oder via Social-Shopping-Funktionen direkt Produkte zu verkaufen. Größtenteils handelt es sich hierbei um den B2C-Bereich. Du kannst ein eigenes Unternehmensprofil aufziehen und gezielt Werbung schalten. Dabei greifst du ebenfalls auf den Facebook-Algorithmus zurück. 

Auch wenn sich das Netzwerk weitestgehend auf Bilder konzentriert, solltest du andere Kommunikations- bzw. Medienformen wie Text, Video oder Ton nicht vollkommen ausklammern.

Twitter

User auf Twitter agieren normalerweise via Micro-Blogging. Die Beiträge dürfen nämlich nur bis zu 280 Zeichen umfassen (früher waren es sogar nur 150 Zeichen). Mit seinen mittlerweile 186 Millionen täglich aktiven Accounts im 2. Quartal 2020 kann das Netzwerk nicht mit den ganz großen Plattformen mithalten. Allerdings konnte es einen Anstieg von 60 Millionen Usern innerhalb von zwölf Monaten verzeichnen.

Es handelt sich trotzdem um ein Netzwerk, das viel Aktivität zu verschiedenen aktuellen Themen aufweist. Die Nutzer können eigene Tweets erstellen, teilen aber auch die Beiträge anderer Profile und Unternehmen. Die Posts dürfen Links zu Artikeln, Podcasts, Bildern, Videos oder generell zu Online-Shops und Webseiten enthalten. Außerdem erfreuen sich GIFs oder Memes großer Beliebtheit, um witzige und informative Inhalte und Meinungen zu transportieren.

User können sich gegenseitig private Nachrichten zusenden und mit der neuen Fleet-Funktion Beiträge erstellen, die den Stories bei Instagram ähneln. Twitter wird häufig als B2C-Netzwerk genutzt, allerdings können Nutzer auch B2B-Kontakte für Kollaborationen oder andere geschäftliche Beziehungen knüpfen. Politiker, Journalisten und Privatpersonen sind hier aktiv.

LinkedIn & XING

Auf den B2B-Plattformen LinkedIn & Xing geht es vorrangig um das Geschäftliche und weniger um Alltagsgedanken oder Hobbies. Angestellte, Selbstständige bzw. Freiberufler, Führungspersönlichkeiten und viele mehr treffen aufeinander, um sich auszutauschen, sich zu informieren oder neue Job-Möglichkeiten zu finden und Business-Kontakte zu knüpfen.

Möchtest du mit deinem Service oder deinem Produkt gezielt Unternehmen ansprechen? Dann haben deine Marketingbemühungen hier gute Chancen. Suchst du nach qualifizierten Mitarbeitern, sind LinkedIn und Xing ebenfalls wichtige Anlaufstellen. LinkedIn hat in den Ländern Deutschland, Österreich und der Schweiz etwa 15 Millionen registrierte Accounts.

Verschiedenen anderen Unternehmen kannst du ebenfalls folgen. LinkedIn kann in den Ländern Deutschland, Österreich, Schweiz etwa 15 Millionen registrierte Nutzer aufweisen.  In den USA gibt es 174 Millionen, in Indien 71 Millionen und in China 52 Millionen User. Xing kommt in der D-A-CH-Region auf insgesamt 18,5 Millionen Accounts.

YouTube

Die Suchmaschine Google akquirierte 2006 die Videoplattform, die mittlerweile selbst so etwas wie eine Mischung aus Videosuchmaschine und sozialem Netzwerk darstellt. Zuschauer können dank eines ausgeklügelten Algorithmus relativ schnell Videos finden, die ihren Interessen entsprechen. Im Gegenzug sind Video-Produzenten in der Lage, mithilfe von YouTube-SEO ein geeignetes Publikum zu finden.

Mit 1,9 Milliarden Nutzern ist YouTube ein äußerst beliebtes Netzwerk. Wenn du auf eine jüngere Zielgruppe abzielst, solltest du YouTube als Marketing-Option in Betracht ziehen. Vor allem Menschen zwischen 18 und 49 Jahren schauen sich die zahlreichen Videos zu unterschiedlichsten Themen an und abonnieren Kanäle diverser Influencer. Aber auch ältere Zuschauer können sich z. B. für How-to-Videos bzw. Video-Anleitungen begeistern, die alltäglich Probleme lösen.

Die Produktion und Promotion von Videos sowie die anschließende Suchmaschinenoptimierung bei YouTube ist aufwendig, kann dir im besten Fall allerdings viel Aufmerksamkeit bescheren. User interagieren mit dir in der Form von Likes, Kommentaren, Abonnements deines Kanals und generell mehr Engagement mit deiner Marke.

Ein weiterer Pluspunkt: Du selbst oder andere Nutzer können deine Videos problemlos auf anderen Social-Media-Plattformen teilen und einem größeren Publikum zugänglich machen.

Snapchat

Snapchat konzentriert sich hauptsächlich auf den B2C-Bereich. Mittlerweile kann der eigensinnige Instant-Messaging-Dienst weltweit 249 Millionen aktive Nutzer verzeichnen.  

Die App wird weitestgehend von jungen Menschen genutzt, die an aktuellen Trends interessiert sind. Das bedeutet auch, dass du dir klassische und aufdringliche Werbung bestenfalls sparen solltest. Es ist Kreativität gefragt, um diese jungen Menschen zu begeistern.

Pinterest

Mit 442 Millionen aktiven Accounts weltweit und 13 Millionen in Deutschland kann die visuelle Suchmaschine beeindruckende Zahlen verzeichnen. Dieses Marketing-Potenzial können Unternehmen sowohl im B2C- als auch im B2B-Bereich für sich nutzen.

User möchten vor allem neue Inhalte entdecken und speichern sowie nach Inspiration für Arbeit und Leben suchen. Audience Insights von Pinterest gab an, dass 69 Prozent der Nutzer weiblich und 25 Prozent männlich sind. Sechs Prozent machten bezüglich ihres Geschlechtes keine Angaben. 74 Prozent der Pinterest-User gehören zu einer Altersgruppe zwischen 18 und 44 Jahren, während nur 26 Prozent älter als 45 Jahre alt sind.

Tinder

Die App ist selbstverständlich unter Singles äußerst beliebt und wird aktiv genutzt. Ein großes Marketingpotenzial ist dank diverser Ad-Formate und einem weitestgehend jungen, kaufkräftigen Publikum in einem Alter zwischen 20 und 40 Jahren durchaus vorhanden.

Allerdings sollten die verwendeten Ads bestenfalls zum Kontext einer Dating-Plattform passen. Das ist zwar kein Zwang, wirkt aber weniger wie ein Fremdkörper als Werbung, die thematisch überhaupt nicht zur Dating-App passen.

TikTok

Auch TikTok spricht mit seinen kurzen Videos und seinen zahlreichen Effekt-Funktionen ein vornehmlich junges und kreatives Publikum an. 800 Millionen Anwender nutzen die Video-App weltweit, davon befinden sich 5,5 Millionen in Deutschland. Hier ist weniger klassische Werbung gefragt, sondern Marketing, das die Stärken der App nutzt, um das Zielpublikum zu erreichen.

icon

Lesestoff

Lies hier unseren ultimativen Leitfaden zum Thema TikTok Marketing.

Reddit

Auf Reddit finden viele Menschen und Online-Personas mit unterschiedlichen Interessen zusammen. Hier können sie sich häufig in sehr spezifischen Nischen-Threads zu verschiedenen Themen austauschen und sich Informationen holen. Mainstream-Themen finden bei Reddit aber ebenfalls ihren Platz. Wer dort Marketing betreibt, muss sehr subtil vorgehen und zunächst als geachtetes Mitglied Teil dieser Community werden.

Reddit arbeitet allerdings daran, den Ads-Bereich weiter auszubauen, und Marketern einen leichteren Zugang für klassische Werbung zu verschaffen. 2019 belief sich die Zahl der aktiven Nutzer weltweit auf 430 Millionen. Etwa 12,9 Millionen davon befinden sich in Deutschland.

icon

Lesestoff

Hier findest du unseren ausführlichen Leitfaden zum Thema Marketing über Reddit.

Identifiziere zunächst deine Zielgruppe

Ein Account lässt sich schnell auf diversen Social-Media-Seiten erstellen. Das bedeutet aber nicht, dass die Menschen dort regelmäßig aktiv sind oder vielen Unternehmens- und Marken-Accounts folgen, Beiträge teilen und Content kommentieren. In einer solchen Situation ist jede noch so gut durchdachte Marketingkampagne nur bedingt effektiv.

Zahlreiche Unternehmen betreiben Social-Media-Marketing bei den üblichen Verdächtigen, weil sie das Gefühl haben, dass sie es müssen. Ob sich das gewünschte Zielgruppe dort befindet, steht auf einem anderen Blatt. Schlimmstenfalls investierst du eine Menge Geld, Zeit und Arbeit, während du dich besser auf einen anderen Bereich hättest konzentrieren sollen.

Hast du trotz längerer Bemühungen über einen längeren Zeitraum nur wenige Follower gesammelt? Reagieren deine bisherigen Follower nur verhalten oder überhaupt nicht auf deine Beiträge? Das solltest du als Alarmsignal werten. Dann ist es an der Zeit, sich noch einmal grundlegende Fragen zu deiner Zielgruppe und deren Social-Media-Verhalten zu stellen. 

Zielgruppenforschung als Basis deiner Social-Media-Strategie

Damit du nicht in diese Falle tappst oder dich zumindest wieder daraus befreien kannst, solltest du zunächst Zeit und Arbeit in die Zielgruppenforschung investieren. Definiere deine Zielgruppe(n), die du mit deiner Marke, deinem Produkt oder deiner Dienstleistung ansprichst bzw. ansprechen möchtest. Erst danach solltest du mit der Suche nach dem geeignetem Netzwerk und der Entwicklung einer geeigneten Marketingstrategie beginnen.

Auf dieser Basis fällt es dir wesentlich leichter, Content zu erstellen, der dein Publikum direkt anspricht. Da die meisten Netzwerke mittlerweile Optionen anbieten, personalisierte Posts und Werbeanzeigen zu schalten, kannst du deine Zielgruppe wesentliche gezielter ansteuern. Höhere Conversion Rates sowie ein höheres Return-on-Investment (ROI) sind das Ergebnis.

So identifizierst und definierst du deine Zielgruppe

Allgemein formuliert, gehören die Personen zu deiner Zielgruppe, die sich höchstwahrscheinlich am dringendsten für deine Inhalte, deine Produkte oder deinen Service interessieren. Oftmals teilen diese Menschen mehrere gemeinsame Persönlichkeits-Merkmale und demographische Eigenschaften. Hierbei kann es sich etwa um dieselbe Altersgruppe, dasselbe Geschlecht oder gemeinsame Interessen an Technik, Sport, Film etc. handeln.

Du kannst bei der Identifizierung deiner Zielgruppe zunächst mit einer groben Kategorisierung beginnen und dich anschließend langsam zu präziseren und detaillierten Definitionen vorarbeiten. Wichtig ist es, möglichst viele Informationen zu sammeln und diese bei der Entwicklung einer Strategie im Blick zu behalten.

Lege dazu verschiedene Parameter fest und überlege, wie dein Idealkunde aussehen sollte. Sieh dir allerdings währenddessen auch deine Bestandskunden und bisherigen Follower genauer an. Welche Sorte Mensch gehört zu deinen bisherigen Kunden und wen möchtest du noch ansprechen? Welche Personen interagieren bereits mit deiner Marke via Social Media? Folgen sie dir nur oder kommentieren, teilen und liken sie deine Beiträge?

Bei diesen Fragen solltest du deine Konkurrenz und deren Kunden sowie Follower ebenfalls näher betrachten. Dies ist besonders hilfreich, wenn du mit einem neuen Geschäft gerade erst mit Social-Media-Marketing beginnst.

Zielgruppe identifizieren

Folgende Kategorien sind hilfreich, um deine Zielgruppe zu definieren bzw. eine Buyer Persona zu erstellen:

  1. Alter: Konzentriere dich nicht zu sehr auf spezifische Zahlen und Daten. Ordne die Personen lieber Altersgruppen zu, um einen größeren Personenkreis abzudecken.
  2. Sprache: Wenn du mit deiner Zielgruppe sprechen möchtest, muss diese dich verstehen können. Das klingt erst einmal selbstverständlich, allerdings gehen Marketer häufig davon aus, dass die angesteuerte Zielgruppe auch die eigene Sprache spricht. Beziehungsweise schließen sie kaufkräftige Kunden aus, die es nicht tun. Überlege also, ob es eine Zielgruppe oder Teile deiner Zielgruppe gibt, die eine andere Sprache spricht.
  3. Standort: An welchem Standort befindet sich deine Zielgruppe? Gibt es regionale Besonderheiten, auf die du achten solltest, um diese Personen anzusprechen? Das kann wichtig sein, wenn du ein lokales Geschäft betreibst. Leben sie vielleicht sogar in einer vollkommen anderen Zeitzone? Falls ja, solltest du deine Beiträge zu einer gewissen Uhrzeit veröffentlichen, damit sie gesehen und nicht unter einer Masse von anderem Content begraben werden. Außerdem erfährst du, zu welchen Uhrzeiten dein Social-Media-Kundendienst am besten erreichbar sein sollte, um Anfragen möglichst schnell zu beantworten.
  4. Interessen: Welche Hobbies haben die Personen, die du ansprechen möchtest? Welchen Sport treiben sie? Welche Bücher, Zeitungen, Magazine und Blogs lesen sie? Welche Filme und Serien schauen sie sich an? Welchen anderen Gruppen, Personen und Unternehmen folgen sie auf einer oder mehreren Social-Media-Plattformen? Und mit welchen Personen und Marken agieren sie regelmäßig?
  5. Pain-Points: Mit welchen Problemen und Herausforderungen muss sich deine Zielgruppe auseinandersetzen? Diese Informationen helfen dir dabei, herauszufinden, wie du mit deiner Marke bei einer Lösung helfen kannst.
  6. Kaufkraft und Kaufverhalten: Wieviel Geld steht deiner Zielgruppe zur Verfügung und wie geben die Menschen es aus? Zögern sie bzw. haben sie Bedenken bei einem oder mehreren Käufen? Oder treffen sie schnelle und impulsive Kaufentscheidungen?
  7. Lebensphase: Neben dem Alter ist auch die Lebensphase von Interesse, in der sich deine Zielgruppe gerade befindet. Handelt es sich um Kinder, Jugendliche, Studenten, Berufstätige, frisch gebackene Eltern oder Eltern von Teenagern, um Singles, Ehepaare oder Rentner? Eine Marketingbotschaft lässt sich leichter formulieren, wenn du diese Informationen besitzt.
  8. Geschlecht: Sprechen du oder deine Marke ein spezifisches oder mehrere Geschlechter bzw. nicht-binäre Geschlechtsidentitäten an?

Zielst du mit deinem Geschäft auf den B2B-Bereich ab, solltest du zusätzlich Informationen und Daten zu folgenden Kategorien sammeln:

  1. Unternehmensgröße: Welche Art von Unternehmen möchtest du mit deiner Ware oder deinem Service ansprechen? Handelt es sich um Startups, kleine, mittelständische Firmen oder sogar Großkonzerne oder alle?
  2. Kaufentscheidungsträger: Wer trifft in den Unternehmen die Kaufentscheidungen? Handelt es sich z. B. um den Unternehmensleiter oder das mittlere Management?

Zögere nicht, deine Kunden oder Follower direkt zu befragen. Selbst wenn du bereits eine Vorstellung davon hast, was deine Bestandskunden oder potenzielle Kunden interessieren könnte, lohnt sich eine Umfrage. Nutze die Chance, um dir ein deutlicheres Bild von gegenwärtigen und zukünftigen Kunden zu verschaffen.

Facebook erlaubt dir z. B., eine benutzerdefinierte Zielgruppe für deine Marketing-Bemühungen und, darauf basierend, eine sogenannte „Lookalike Audience“ zu erstellen. Hiermit kannst du deine Zielgruppe um Personenkreise erweitern, die ähnliche Interessen und Charakteristika aufweisen.

Bestimme die Größe deiner Zielgruppe

Die Sammlung von möglichst präzisen Daten und Charakteristika hilft dir dabei, die Größe deiner Zielgruppe einzugrenzen. Wenn du z. B. Werbeanzeigen für eine Gruppe von über 200.000 Facebook-Nutzer schaltest, die grob dieselben Interessen vorweisen oder sich in etwa in derselben Altersgruppe befinden, kostet dich das vor allem Geld. Damit erreichst du aber auch zahlreiche Menschen, die sich überhaupt nicht für deine Marke interessieren.

Begib dich auf die Suche nach der Nische. Je spezifischer dein Zielpublikum ist, desto effektiver funktioniert deine Kampagne. Beiträge, die gut beim User ankommen, werden von diesem häufiger geteilt bzw. weiterverbreitet. Deine Kampagne kann also potenziell zum Selbstläufer werden.

Social Listening – höre dir an, worüber deine Zielgruppe redet

Social Listening oder Social Media Monitoring beschreibt das gezielte Beobachten und die Analyse von Konversationen oder Keywords auf Social Media. So erfährst du z. B., wann und wo dein Produkt, dein Service oder relevante Stichwörter deiner Branche genannt werden. Definiere relevante Schlüsselwörter und Hashtags und durchforste verschiedene Netzwerke nach diesen Begriffen.

Bereits recherchierte Keywords und Hashtags kannst du um weitere ergänzen, die deine Zielgruppe verwendet, die du aber noch nicht genutzt hast. Sie sollten allerdings zu deinen Beiträgen und zu deiner Marke passen. Eventuell bist du auf diese Weise in der Lage, deine Zielgruppe zu erweitern oder ein vollkommen neues Publikum zu erschließen.

Suche auf den richtigen Plattformen nach deiner Social-Media-Zielgruppe

Hast du herausgefunden, welche Zielgruppe du ansprechen möchtest bzw. welches Publikum für deine Markenbotschaft empfänglich ist? Dann solltest du ermitteln, in welchen Netzwerken sie aktiv ist. Suche besonders bei populären Seiten nach Nischen, wo Themen angesprochen und diskutiert werden, die für deine potenziellen Kunden interessant sein könnten. Wirf auch einen Blick auf kleinere Seiten, die du bisher nicht beachtet hast. Vielleicht befinden sich dort Interessenten, die sich für deine Marke begeistern.

Du darfst Social-Media-Plattformen ebenfalls nutzen, um Umfragen durchzuführen. Frage z. B., auf welchen Seiten sich deine Zielgruppe am häufigsten aufhält und wieso. Erkundige dich, welche Inhalte sie lesen, hören oder sehen möchten. Du kannst danach fragen, ob sie Blogs lesen und welche sie bevorzugen – das ist z. B. hilfreich, wenn du später relevante Blogartikel über deinen Social-Media-Channel teilen möchtest.

Ferner solltest du ermitteln, welche Accounts sie abonnieren. Hierbei ist etwa wichtig, ob sie Unternehmens-Accounts und/oder Einzelpersonen wie Influencern folgen, und welche Informationen und Vorteile sie sich davon erhoffen.

Diese 3 Tools helfen dir beim Social Media Monitoring

Wenn du dir Arbeit sparen möchtest, solltest du spezifische Tools nutzen, die dir das Social Media Monitoring erleichtern. Du findest heraus, in welchen Netzwerken Mitglieder deiner Zielgruppe und Interessenten an deiner oder ähnlicher Marken aktiv sind.

Außerdem erlauben sie dir, die Vorgehensweise deiner Mitbewerber genauer zu betrachten. Eventuell konzentriert sich deine Konkurrenz erfolgreich auf Netzwerke, die du bisher vernachlässigt hast. In jedem Fall erfährst du, wie sich Marken aus deiner Branche positionieren und ob deren Strategie effektiv ist.

Hootsuite Insights

Mit dem kostenpflichtigen Tool Hootsuite Insights kannst du Online-Konversationen beobachten und analysieren. Damit lassen sich Erwähnungen deiner Marke oder sogar Erwähnungen von Mitbewerbern überwachen. Zusätzlich kann Hootsuite aktuelle Trends und Top-Autoren in sozialen Netzwerken identifizieren.

Die Schnellsuche ermöglicht es dir, relevante Informationen zu Keywords oder Keyword-Kombinationen zu finden. Hierzu gehören Erwähnungen, Hashtags und andere Reaktionen. Du erfährst mehr über demographische Gruppen, die sich mit den spezifischen Themen auseinandersetzen, und auf welchen Plattformen die spezifischen Keywords besonders häufig Erwähnung finden.

Du kannst dir sogar die Beiträge ansehen, in denen die gesuchten Schlüsselbegriffe vorkommen. Vielleicht hat ein Influencer oder Micro-Influencer deine oder ähnliche Marken besonders häufig erwähnt. In diesem Fall lohnt sich eventuell eine Zusammenarbeit. Kritisiert ein Kunde dagegen deine Marke, ermöglicht dir Hootsuite Insights eine schnelle Reaktion.

Die Suchergebnisse lassen sich z. B. nach Geschlecht oder Region filtern. Du bist also in der Lage, deine Marketing-Bemühungen in eine bestimmte Richtung zu lenken oder dich auf eine spezifische Region zu konzentrieren, um bisher schwache Marketing-Ergebnisse zu optimieren. Daneben darfst du deine Suche abspeichern und die Ergebnisse deines Unternehmens mit denen deiner Konkurrenz vergleichen.

Google Analytics

Über Google Analytics kannst du einsehen, welche Social-Media-Posts den meisten Traffic verursacht und zu deiner Website geführt haben. Konntest du aufgrund deiner Instagram-Beiträge mehr Besucher auf deiner Webseite oder in deinem Online-Shop verzeichnen? haben deine Tweets nicht den gewünschten Erfolg gebracht? Dann solltest du dich künftig auf Instagram konzentrieren oder deine Twitter-Strategie ändern.

Haben durch deine Instagram-Beiträge mehr Besucher zu deiner Webseite oder deinen Online-Shop gefunden haben als über deine Tweets, solltest du dich künftig auf Instagram konzentrieren, weil sich dort ein aktiverer Teil deine Zielpublikums aufhält. Vielleicht solltest du auch deine Twitter-Strategie ändern, um deine Zielgruppe zu aktivieren.

Keyhole

Möchtest du die Social-Media-Aktivitäten und Interaktionen mit deiner und anderen Marken spezifisch auf Twitter und Instagram analysieren? Keyhole lässt dich Hashtags und bestimmte Erwähnungen nachverfolgen. Hast du Marketing-Ambitionen, die über Deutschland hinausreichen, zeigt dir Keyhole via Heatmap sogar an, wo auf den Globus deine Marke besonders oft Erwähnung findet.

Zielgruppe gefunden? Wie geht es weiter?

Hast du nun deine Zielgruppe auf der bzw. auf den richtigen Social-Media-Websites gefunden, kannst du mit der Entwicklung deiner Kampagnen starten. Achte trotzdem darauf, dass sich selbst ein passendes Zielpublikum nicht ständig mit Werbung auseinandersetzen möchte. Schnell kannst du dich mit einer Strategie, die rein auf den Verkauf ausgelegt ist, wieder von deiner Zielgruppe entfremden.

Achte darauf, dass du relevante Informationen teilst, die zur Problemlösung und Bedürfnisbefriedigung beitragen. Dank Umfragen hast du bestenfalls schon vorher festgestellt, welche Art von Beiträgen für dein Publikum wichtig ist. Nutze dieses Wissen und denke darüber nach, wie du das Leben deiner Kunden und potenziellen Kunden besser, einfacher, spannender und interessanter machen kannst.

Nutze dafür eigene Inhalte oder Beiträge anderer Publikationen – aber nicht unbedingt deiner Konkurrenz. Hierzu gehören Blog-Artikel, Videos, Podcast-Ausschnitte, Stories, Bilder und mehr. Du machst deine Marke auch beliebt, indem du Lösungen für die Alltagsschwierigkeiten deiner Zielgruppe anbietest. Zwischendurch darfst du durchaus Ads einstreuen, die konkrete Produkte oder Dienstleistungen bewerben.

Allerdings ist auch nach der erfolgreichen Zielgruppenanalyse und Kampagnenentwicklung die Arbeit nicht getan. Möchtest du verhindern, dass Follower-Zahlen und Engagement zukünftig stagnieren, ist eine fortwährende Beobachtung und Analyse deiner Kundschaft und Social-Media-Kontakte erforderlich.

Auf diese Weise kannst auf bestehenden Plattformen aktuelle Trends erkennen und dynamisch mit neuen Marketingstrategien reagieren. Vielleicht entdeckst du auch ein vollkommen neues Netzwerk, mit dem du ein anderes Publikum erschließen kannst.

Quellen:

Weitere Artikel