Facebook-Targeting: Die wichtigsten Tipps & Techniken für 2023

Aktualisiert am 18.01.2023
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Was macht deine Zielgruppe eigentlich aus? Vor allem aber: Wie erreichst du sie mit so wenig Streuverlust wie nur möglich? Facebook bietet viele Möglichkeiten zum Targeting, wovon jede einzelne zu einem unterschiedlichen Outcome führt.

Um die unzähligen Einstellungen des Facebook Business Managers zielführend einzusetzen, erklärt dieser Artikel, welche Form des Facebook-Targetings du zu welchem Zweck nutzen solltest.

Die Basis von Facebook-Targeting: Nicht zu viel auf einmal

Facebooks Algorithmus ist für Spielraum stets dankbar. Dies spiegelt sich auch in CPM sowie CPC wider und schont deinen Geldbeutel. Je stärker du die Kriterien zur gewünschten Zielgruppe einschränkst, desto höher fällt der Endpreis deiner Werbekampagne aus. Daher ist es von Vorteil, das Facebook-Targeting vorerst offener zu gestalten und erst später stärker zu differenzieren, falls die Ergebnisse für dich nicht zufriedenstellend sind.

Die Zielgruppe “Weiblich, 30–40 Jahre mit Interesse an Computertechnik” kann so beispielsweise im späteren Verlauf deiner Kampagne um den Parameter “War vor kurzem in einem Elektronikfachgeschäft” ergänzt werden. Ein weiteres Plus: So hältst du dein Targeting grundsätzlich über einen längeren Zeitraum funktionsfähig.

Welche Funktionen bietet Facebooks Business Manager aber im Detail, um eine zielgruppengenaue Ansprache zu ermöglichen?

Die zwei Charakteristika von Zielgruppen im Facebook Business Manager

Bevor du mit der Ausarbeitung und Analyse deiner Zielgruppe beginnst, musst du die grundsätzlichen Targeting-Optionen kennen. Diese unterscheidet man in zwei wesentliche Gruppen:

  • Ist dein Targeting vollkommen unabhängig von zuvor gesammelten Daten, dann erfolgt es basierend auf Kriterien wie beispielsweise Interessen oder soziodemografischen Eigenschaften. Man spricht auch von “Gespeicherte Zielgruppen”.
  • Setzt dein Targeting gesammelte Daten voraus, die unter anderem aus Pixel-Events oder Social-Media-Interaktionen stammen können, dann spricht man von “Custom Audiences und Lookalike Audiences”.

Nachdem du dir bewusst gemacht hast, welche Art des Targetings bei deiner Kampagne in Frage kommt, solltest du stets alle Möglichkeiten, die unter diese Kategorie fallen, in deiner Kampagne ausprobieren.

Die Möglichkeiten zum Targeting gespeicherter Zielgruppen

Facebook liefert dir mit den Profildaten eines jeden Nutzers unzählige Möglichkeiten, deine Zielgruppe zu erreichen. Die am meisten genutzten Formen des Targetings in dieser Kategorie sind Orte, an denen sich Nutzer aufgehalten haben, Interessen der Nutzer und deren Verhalten im sozialen Netzwerk.

Facebook Targeting Screenshot

“Waren vor kurzem an einem Ort”

Hierbei handelt es sich um eine hervorragende Möglichkeit, aktive Menschen einer Interessengruppe zu erreichen. Wie im Beispiel genannt, würde eine technikaffine Person nur ein Elektronikfachgeschäft aufsuchen, wenn auch Interesse am Kauf neuer Technik besteht. Oft kannst du bestimmte Orte, Straßen, Shops oder Einrichtungen targetieren, an denen sich die Menschen kürzlich aufgehalten haben.

Was dieses Targeting so attraktiv macht: Du erreichst hier die wirklich aktiven Menschen einer gewissen Interessengruppe. Die geschätzte Größe dieser Zielgruppen ist zwar oft grenzwertig klein, dabei allerdings je nach ausgewählten Orten sehr dynamisch. Es sind also immer wieder neue User in dieser Zielgruppe.

Facebook Targeting Screenshot

“Interessen eingrenzen”

Bei dieser Option gilt es, den Facebook-Algorithmus mit genau den Kriterien zu füttern, die ihn zu deiner Zielgruppe führen. Dabei kann es sich lohnen, die Interessen nicht nur im ersten Feld – also nach der Logik: interessiert sich für Interesse 1 ODER Interesse 2 –, sondern in bis zu zwei oder drei Feldern vorzugeben. So grenzt du deine Zielgruppe etwas ein, lässt Facebooks Algorithmus aber noch genug Spielraum.

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Tipp

Die einzige Ausnahme der Grundregel “Nicht zu viel auf einmal” tritt dann in Kraft, wenn du Produkte mit sehr starkem Special Interest verkaufst. Comics mit aktuellem Politik-Fokus wären dazu ein Beispiel. Um die Werbekampagne der Comics mit minimalem Streuverlust auszuspielen, nutzt du hier das sogenannte “Unicorn-Targeting”. Dazu kombinierst du zwei sehr unterschiedliche Interessen, in diesem Fall zum Beispiel Comics und Politik.
Facebook Targeting Screenshot

“Verhalten”

Facebook schaut sowohl auf die Aktionen auf Unternehmensseiten und in Gruppen als auch auf den möglichen Admin-Status der Nutzer. Besonders interessant für das Targeting ist hier jegliche Interaktion mit Dienstleistungen oder Produkten, da Facebook anhand dieser Merkmale oft ein B2B- oder ein B2C-Interesse des Nutzers erschließt.

Custom Audiences & Lookalike Audiences

Wenn dir Daten für das Targeting zur Verfügung stehen, dann kommen die folgenden Optionen eher in Frage. Dazu nimmst du die gesammelten Daten, die unter anderem aus Facebook Pixeln oder Aktivitäten mit deinen Seiten stammen können, und nutzt diese als Grundlage.

Facebook Targeting Screenshot

“Custom Audiences”

Hast du beispielsweise ein Produktvideo veröffentlicht und möchtest nun Nutzer targetieren, die sich für genau dieses Produkt oder die zugehörige Produktgruppe interessieren, dann wählst du diese Targeting-Option. Diese Art der Zielgruppenansprache funktioniert umso besser, desto näher deine Werbemaßnahme am jeweiligen Content liegt.

Das Vorgehen über die Interaktion mit eigenem Content zu targetieren, lohnt sich aber auch, wenn Facebook das Interesse zu deiner Branche oder die Nische, in der deine Branche sich befindet, noch nicht ausreichend erfassen konnte. Wirklich interessiert an deinem Produkt sind dann nämlich über diesen Weg zum Beispiel alle Nutzer, die dein Produktvideo zu mindestens 50 Prozent angesehen haben oder eine gewisse Zeit auf deinem Content verblieben sind.

“Pixel Engaged Custom Audiences”

Nutzt du das Facebook-Pixel auf deiner Website, um Seitenbesucher zu tracken? Dann nutze unbedingt auch die Daten, die das Pixel für dich gesammelt hat. Dadurch kannst du nicht nur Interessenten ansprechen, sondern auch eine “warme Zielgruppe” erreichen.

Der Business Manager lässt einen Zeitraum von bis zu 180 Tagen zu. Kürzere Zeitintervalle machen die Zielgruppe aber umso wärmer oder auch profitabler, da das vorhandene Interesse höher ausfällt. Entscheide das gesetzte Intervall am besten erst einmal anhand der Zielgruppengröße. Besitzt du wiederum einen großen Webauftritt mit sehr vielen Pixel-Daten, dann kannst du innerhalb der “Pixel Engaged Custom Audience” dein Targeting verfeinern, indem du beispielsweise nur Besucher einer gewissen Unterseite oder Käufer eines Produkts auswählst.

Facebook Targeting Screenshot

“Lookalike Audiences”

Hast du eine profitable Custom Audience gefunden? Dann lässt sich deine Werbekampagne über diese Option perfekt hochskalieren. Facebook sucht dazu “Statistische Zwillinge” deiner Custom Audience und targetiert sie. Hier lohnt es sich also auch, ein höheres Budget einzusetzen.

Zudem solltest du bei Lookalikes keine oder nur sehr wenige Parameter vorgeben, damit Facebook die meisten “Lookalikes” erreicht. In der Einstellung zur Prozentzahl zeigt sich in der Praxis, dass größere Prozentzahlen profitabler ausfallen können. Es lohnt sich, mit verschiedenen Größen der Lookalikes zu spielen und sie sauber in A/B-Tests zu testen. 

Das perfekte Facebook-Targeting fußt immer auf Erfahrung

Die Optionen sind zahlreich und, zugegeben, teilweise kryptisch formuliert. Es lohnt sich aber auf jeden Fall, verschiedene Varianten auszutesten. Sowohl anhand der Parameter als auch anhand des eingesetzten Budgets. Bei den Parametern beginnst du bestenfalls immer im Mittelfeld. Das entspräche beim Zeitfenster der Custom Audience beispielsweise 30 Tagen, wenn die Zielgruppe dadurch eine gute Größe erreicht. Später kannst du dann immer noch das Zeitfenster erhöhen.

Je nach gewählter Targeting-Option kommt die Wahl der Parameter natürlich auch auf Quantität und Qualität deiner Kriterien oder Daten an. Erreichen deine Kampagnen nicht sofort den gewünschten Erfolg, ist das vollkommen normal. Hier gilt es, Erfahrungen zu sammeln und die verschiedenen Targeting-Optionen gegeneinander abzuwägen. Kurz gesagt – beim Targeting auf Facebook geht es im Kern nämlich nur um das eine: Testen, testen, testen.

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