Was ist Feedback? Definition, Beispiele und Tipps, um produktives Feedback zu geben

Von Thomas Sesli, geprĂŒft durch Melina Wandler (zertifizierte Lektorin)
Aktualisiert am 25.04.2024 | Lesezeit ca. Min.

Feedback ist eine elementare Komponente fĂŒr empathische Kommunikation, eine gute Zusammenarbeit und fĂŒr die persönliche Entwicklung. Doch wie kann man konstruktives Feedback geben, um Kollegen und Mitarbeiter dabei zu unterstĂŒtzen, erfolgreich zu sein und kontinuierlich zu wachsen?

In diesem Artikel möchten wir die Bedeutung und verschiedene Formen von Feedback erörtern und dir hilfreiche Tipps und Beispiele bieten, um in unterschiedlichen Situationen wertvolles Feedback geben zu können.

In diesem Zusammenhang werden wir uns auf folgende Aspekte konzentrieren:

  • Definition und Wahrnehmung von Feedback
  • Funktionen und Ziele des Feedbacks
  • Aufbau einer erfolgreichen Feedbackkultur in Unternehmen

Definition von Feedback

Im Kontext der Kommunikation meint Feedback sowohl die RĂŒckmeldung als auch die RĂŒckkopplung, die eine Person bezĂŒglich des Verhaltens oder der Leistung einer anderen Person Ă€ußert. Feedback stĂŒtzt sich auf die selektive Wahrnehmung der Situation und kann auf gefĂŒhrten GesprĂ€chen oder dem Verhalten einer Person basieren.

Im Folgenden wollen wir verschiedene Aspekte des Feedbacks nÀher beleuchten und dir dabei helfen, in unterschiedlichen Situationen angemessenes und förderliches Feedback zu geben.

RĂŒckmeldung und RĂŒckkopplung

Eine RĂŒckmeldung bezieht sich auf die konkreten Informationen, die eine Person gibt, oder auf bestimmte Handlungen oder Ergebnisse einer anderen Person. Die RĂŒckkopplung hingegen beschreibt den Prozess, in dem Feedback ausgewertet und in Anpassungen oder VerĂ€nderungen im Verhalten und Handeln umgesetzt wird.

Beide Aspekte des Feedbacks bedingen einander, denn ohne RĂŒckmeldung gibt es keine Grundlage fĂŒr eine RĂŒckkopplung. Sowohl RĂŒckmeldung als auch RĂŒckkopplung stellen wichtige Bestandteile jeder Kommunikation dar, sei diese persönlicher oder beruflicher Natur, und fördern das VerstĂ€ndnis sowie die Zusammenarbeit zwischen Menschen.

Wahrnehmung und SituativitÀt

Da Feedback auf der selektiven Wahrnehmung eines Sachverhalts oder einer Situation basiert, kann es subjektiv sein. Daher ist es als Feedbackgeber wichtig, sich bewusst zu sein, dass deine Wahrnehmung von der des FeedbackempfÀngers abweichen kann. Versuche, dein Feedback sachlich und klar zu formulieren und gleichzeitig eine offene DiskussionsatmosphÀre zu schaffen, um MissverstÀndnisse zu vermeiden.

Es ist wichtig, Feedback immer im Kontext der jeweiligen Situation anzupassen. Hierbei spielen Faktoren wie der Zeitpunkt, die Umgebung und die Beziehung zwischen dir und dem FeedbackempfĂ€nger eine wichtige Rolle. BerĂŒcksichtige diese Aspekte, um passendes und zielfĂŒhrendes Feedback zu geben.

Feedback-Funktionen und -Ziele

Um ein detailliertes VerstÀndnis der Rolle von Feedback im Arbeitsumfeld zu entwickeln, vermitteln wir dir im Folgenden die verschiedenen Funktionen und Ziele von Feedback.

Funktion fĂŒr Feedbackgeber und Feedbacknehmer

  • Feedbackgeber: Indem der Feedbackgeber seine EinschĂ€tzung zur Arbeit oder zum Verhalten des Feedbacknehmers kommuniziert, kann er sein Anliegen Ă€ußern. Dies fördert eine transparente Zusammenarbeit sowie Vertrauen und Offenheit innerhalb des Teams.
  • Feedbacknehmer: Feedback ermöglicht es dem Feedbacknehmer, seine eigenen FĂ€higkeiten und Leistungen besser einzuschĂ€tzen. Eine realistische SelbsteinschĂ€tzung bildet die Grundlage, um die persönliche und berufliche Entwicklung voranzubringen.

Ziele von Feedback

Feedback verfolgt mehrere vorrangige Ziele, die wir im Folgenden nÀher betrachten:

  1. Steigerung der Leistungsbereitschaft: Durch Feedback können Mitarbeiter erkennen, in welchen Bereichen sie erfolgreich sind und wo noch Verbesserungsbedarf besteht. Dies kann die Leistungsbereitschaft erhöhen.
  2. Anpassung der Wirkung: Mithilfe von Feedback können Feedbackgeber aufzeigen, welchen Effekt das Verhalten oder die Arbeit des Feedbacknehmers auf sie selbst und auf andere Teammitglieder hat. Dadurch können gezielte VerÀnderungen in der Arbeitsweise oder im Umgang mit Kollegen erreicht werden.
  3. Formulierung von Zielen: Feedback unterstĂŒtzt dabei, klar definierte und realistische Ziele fĂŒr einzelne Mitarbeiter oder das Team festzulegen. Diese Ziele bilden die Basis fĂŒr kontinuierliche Verbesserungen und fokussiertes Arbeiten.
  4. Förderung von Teamarbeit: Offene Kommunikation wird durch Feedback gefördert, ebenso wie das Ansprechen von Problemen, die das Zusammenwirken im Team beeintrĂ€chtigen könnten. So wird die Zusammenarbeit zwischen den Teammitgliedern unterstĂŒtzt.
  5. Motivation und Mitarbeiterbindung: Durch Feedback kann Mitarbeitern vermittelt werden, dass ihre Arbeit geschÀtzt wird und ihr Beitrag wichtig ist. Positives Feedback kann die Motivation steigern, wÀhrend konstruktives Feedback dazu beitragen kann, Mitarbeiter auf dem richtigen Entwicklungsweg zu halten.

Feedback-Formen und Instrumente

Feedback kann in vielen verschiedenen Formen und Instrumenten daherkommen. Im Folgenden betrachten wir die gÀngigen Kategorien und Methoden, die am hÀufigsten zum Einsatz kommen.

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Lesetipp

Feedback-Kategorien: Positiv, negativ und konstruktiv

Je nach Art der vermittelten Information und den Auswirkungen auf das Verhalten der Person lÀsst sich Feedback in drei Hauptkategorien einordnen:

  • Positives Feedback: Hierbei liegt der Fokus auf den StĂ€rken und persönlichen Erfolgen deines GegenĂŒbers. Positives Feedback kann das Selbstvertrauen stĂ€rken, die Arbeitsmoral erhöhen und eine gesteigerte Leistungsbereitschaft fördern.
  • Negatives Feedback: Dabei werden Fehlverhalten oder Verbesserungspotenziale thematisiert. Wichtig ist, negatives Feedback auf Fakten und allgemeingĂŒltige Kriterien zu stĂŒtzen, um es und sachlich zu prĂ€sentieren. So kann einer Demoralisierung der Person vorgebeugt werden.
  • Konstruktives Feedback: Als eine Kombination aus beiden AnsĂ€tzen dient dieses dazu, Verhalten oder Arbeitsweise zu optimieren, ohne in Kritik abzurutschen. Du verbindest negative Aspekte mit konkreten VerbesserungsvorschlĂ€gen und drĂŒckst gleichzeitig WertschĂ€tzung fĂŒr die BemĂŒhungen deiner Mitarbeiter aus.

Feedback-Tools und Methoden

Die Wahl der richtigen Methode fĂŒr ein FeedbackgesprĂ€ch hĂ€ngt von verschiedenen Faktoren ab: der Situation, den beteiligten Personen und den Zielen des Feedbacks.

Folgende verbreitete Werkzeuge und Methoden können eingesetzt werden:

  • EinzelgesprĂ€ch: Diese gĂ€ngige Feedback-Form ermöglicht eine direkte Kommunikation und ein besseres Eingehen auf persönliche BedĂŒrfnisse und Erwartungen.
  • Gruppenfeedback: Hier wird Feedback vor einem Team oder einer Gruppe von Mitarbeitern gegeben. Alle Teilnehmer haben die Gelegenheit, sich gegenseitig zuzuhören und gemeinsame Probleme oder Erfolge zu diskutieren.
  • 360-Grad-Feedback: Durch diese Methode erhĂ€lt man Feedback von Vorgesetzten, Kollegen und den Mitarbeitern selbst. So entsteht ein umfassendes Bild der Leistung und des Verhaltens der Person.

Regeln fĂŒr hilfreiches Feedback

Eine erfolgreiche Weiterentwicklung auf persönlicher und beruflicher Ebene erfordert konstruktives Feedback. Hier sind einige Regeln, die du beachten solltest, damit der Feedbackprozess aktiv gestaltet werden kann.

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Lesetipp

Was du sonst noch beim Geben von Feedback beachten solltest, liest du hier: Konstruktives Feedback geben: Beispiele und Regeln, um wirkungsvoll zu kommunizieren

Dos und Don'ts beim Geben von Feedback

Um das Feedback fĂŒr beide Seiten – fĂŒr dich als Geber und fĂŒr den EmpfĂ€nger – hilfreich zu gestalten, solltest du folgende Dos und Don'ts beachten:

  • Sei prĂ€zise: Stelle konkrete Beispiele und Situationen in den Vordergrund, anstatt allgemeine Bewertungen abzugeben.
  • Zeige Empathie: Versetze dich in die Lage des Feedbacknehmers und zeige VerstĂ€ndnis fĂŒr dessen Empfindungen.
  • Formuliere sachlich: Formuliere das Feedback als Beobachtung statt als Angriff oder Vorwurf, um beim EmpfĂ€nger eine grĂ¶ĂŸere Offenheit fĂŒr deine Kritik zu erreichen.
  • Bleibe ehrlich: Gib dein Feedback möglichst objektiv und hinterfrage dabei deine eigenen Vorurteile und Annahmen.
  • Höre aktiv zu: Lass dem EmpfĂ€nger Raum fĂŒr RĂŒckfragen und Reaktionen auf deine RĂŒckmeldung.
  • Vermeide Vergleiche: Fokussiere dich auf die individuelle Leistung, ohne den Feedbacknehmer mit anderen Personen oder Standards zu vergleichen.
  • Biete Lösungen an: Unterbreite konkrete VorschlĂ€ge zur Verbesserung, um dem Feedbacknehmer eine klare Orientierung zu ermöglichen.

Richtlinien fĂŒr FeedbackgesprĂ€che

Eine produktive und zielgerichtete Gestaltung von FeedbackgesprÀchen erreichst du, indem du diese Richtlinien befolgst:

  1. Bereite das GesprĂ€ch sorgfĂ€ltig vor: Sammle Beispiele und ĂŒberlege, welche Punkte du ansprechen möchtest.
  2. WĂ€hle den richtigen Zeitpunkt und Ort: Sorge fĂŒr eine angenehme AtmosphĂ€re und gewĂ€hrleiste, dass sowohl du als auch der EmpfĂ€nger genĂŒgend Zeit und Ruhe fĂŒr das GesprĂ€ch haben.
  3. Beginne das GesprÀch positiv: Hebe zunÀchst die StÀrken und Erfolge des EmpfÀngers hervor, um eine offene GesprÀchsatmosphÀre zu schaffen.
  4. Sprich klar und strukturiert: FĂŒhre die wichtigsten Punkte nacheinander und verstĂ€ndlich aus.
  5. Nutze die Sandwich-Methode: Um die Annahme des Feedbacks zu fördern, bette kritische Anmerkungen zwischen lobenden Aussagen ein.
  6. Achte auf deine Körpersprache: Eine ruhige und selbstbewusste Ausstrahlung unterstreicht deine Aussagen.
  7. Beende das GesprĂ€ch mit einer Zusammenfassung und gemeinsamen Vereinbarungen: Formuliere zusammen mit dem EmpfĂ€nger konkrete Ziele und Maßnahmen, um das Feedback erfolgreich in die Praxis umzusetzen.

Feedbackkultur im Unternehmen

Eine positive Feedbackkultur ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor fĂŒr jedes Unternehmen, denn sie begĂŒnstigt ein offenes und unterstĂŒtzendes Arbeitsumfeld. In diesem Kapitel stellen wir die grundlegenden Aspekte einer erfolgreichen Feedbackkultur vor und erlĂ€utern, wie diese die Mitarbeiter und das Unternehmen beeinflussen können.

Elemente einer erfolgreichen Feedbackkultur

FĂŒr das Aufbauen einer erfolgreichen Feedbackkultur sollten diverse Elemente beachtet und miteinander kombiniert werden. Hier einige Faktoren fĂŒr eine förderliche Unternehmenskultur:

  • Offene Kommunikation: Etabliere offene KommunikationskanĂ€le zwischen Mitarbeitern und FĂŒhrungskrĂ€ften, sodass jeder das GefĂŒhl hat, gehört und wertgeschĂ€tzt zu werden.
  • Gegenseitiges Vertrauen: Das Aufbauen von Vertrauen fĂŒhrt zu einer offenen Feedback-AtmosphĂ€re und ermöglicht ehrliche GesprĂ€che zwischen den Beteiligten.
  • RegelmĂ€ĂŸige Feedbackrunden: Durch geplante und regelmĂ€ĂŸige FeedbackgesprĂ€che werden sowohl Verbesserungspotenziale als auch positive Aspekte thematisiert.
  • Abgestimmte Feedbackinstrumente: Setze verschiedene Feedback-Methoden und -Tools ein, um den unterschiedlichen BedĂŒrfnissen und Vorstellungen der Mitarbeiter gerecht zu werden.
  • Lernende Unternehmenskultur: Fördere eine Kultur, die den Fokus auf Weiterbildung und persönliche Entwicklung legt. Mehr zu diesem Thema liest du hier: Eine lernende Organisation (LO): Was ist das und wie werde ich zu einer?

Auswirkungen von Feedback auf Mitarbeiter und Organisation

Eine gut entwickelte Feedbackkultur hat weitreichende positive Effekte, die ĂŒber das EinzelgesprĂ€ch hinausgehen:

  • Höhere Mitarbeitermotivation: Wenn Mitarbeiter merken, dass ihre Meinung ernst genommen wird, sind sie motivierter und engagieren sich stĂ€rker.
  • Verbesserte Zusammenarbeit: Offene Kommunikation und ein konstruktiver Umgang mit Kritik fĂŒhren zu einer aktiven Kooperation und Problemlösung innerhalb von Teams.
  • StĂ€rkung der FĂŒhrungskompetenzen: FĂŒhrungskrĂ€fte können durch das Feedback ihrer Mitarbeiter neue Erkenntnisse gewinnen und ihre FĂŒhrungsqualitĂ€ten verfeinern.
  • Steigerung der ProduktivitĂ€t: In einem unterstĂŒtzenden Arbeitsumfeld wird berĂŒcksichtigt, worin jeder Einzelne gut ist und woran er arbeiten sollte. Dies trĂ€gt dazu bei, dass Mitarbeiter effizienter arbeiten und bessere Ergebnisse erzielen.
  • Erhöhte Mitarbeiterbindung: Zufriedene und engagierte Mitarbeiter sind weniger geneigt, das Unternehmen zu verlassen. Dies reduziert die Fluktuation und spart Kosten.
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Lesetipp

Weitere Tipps fĂŒr ein gutes MitarbeitergesprĂ€ch gibt's hier: Feedback fĂŒr Mitarbeiter: Mit diesen Tipps lĂ€uft das MitarbeitergesprĂ€ch reibungslos

Fazit: Feedback als SchlĂŒssel zur Entwicklung und Zusammenarbeit

Feedback ist ein Ă€ußerst wichtiger Bestandteil der Kommunikation und umfasst sowohl die RĂŒckmeldung als auch die RĂŒckkopplung in verschiedenen Situationen. Verschiedene Feedback-Formen und Instrumente ermöglichen eine flexible und zielgerichtete Herangehensweise.

Im Folgenden sind die wichtigsten Erkenntnisse aus diesem Beitrag zusammengefasst:

  • Situationsbedingt: Das Feedback sollte stets im Kontext der jeweiligen Situation gegeben werden. Dabei spielen Faktoren wie Zeitpunkt, Umgebung und Beziehung zum FeedbackempfĂ€nger eine entscheidende Rolle.
  • Funktionen und Ziele: Feedback verfolgt vielfĂ€ltige Funktionen und Ziele, beispielsweise die Verbesserung der Leistungsbereitschaft, die Etablierung von konkreten Zielen und die Förderung einer guten Teamarbeit.
  • Feedbackkultur: Eine erfolgreiche Feedbackkultur in Unternehmen beruht auf Faktoren wie offener Kommunikation, gegenseitigem Vertrauen, regelmĂ€ĂŸigen Feedbackrunden, geeigneten Feedbackinstrumenten und einer lernenden Unternehmenskultur.

Nimm dir Zeit, um ĂŒber diese Erkenntnisse zu reflektieren, und ĂŒberlege, wie du sie in deinem tĂ€glichen Arbeitsleben anwenden kannst, um eine fruchtbare und unterstĂŒtzende AtmosphĂ€re zu schaffen.

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Lesetipp

Kennst du schon das Konzept von Feedforward? Was was damit auf sich hat, verrÀt dir unser Artikel Feedforward: Praxisnahe Anwendung und welche Unterschiede es zum klassischen Feedback gibt.

FAQ

Im Folgenden ist eine Auflistung von hÀufigen Fragen und den dazu gehörigen Antworten zu finden.

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